Montag, 28. Mai 2012, 03:43

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Immobilien

Kalender

Schöne Ausblicke auf die kommenden 366 Tage

Neue Kalenderideen für das kommende Jahr - Designerstücke für Tisch und Wand oder dekorative Eigenkreationen lassen uns den Überblick behalten.

Klassiker als Tischkalender. 1967 entwarf Enzo Mari diesen Fächerkalender
Foto: dpa-tmn/DPA

Jetzt zum Jahreswechsel wird es höchste Zeit, an einen neuen Familienkalender zu denken. Dabei muss es nicht beim einfachen Papierblock zum Abreißen bleiben, denn viele Designer sehen in dem Alltagsgegenstand eine ausgefallene Dekoration.

Viele der Eintragungen, ob Zahnarzttermin, Elternabend oder Dienstreise, zeugen vom alltäglichen Stress. Doch sie können auch Spaß machen: Die Firma Details setzt auf eine gestrickte Variante aus Wolle - ist ein Tag vorbei, wird am Faden gezogen, und es fallen Hunderte von Maschen. So wird der Kalender Reihe für Reihe bis zum Jahresende kürzer. Einen großen Kalender auf Tapete hat der Designer Christiaan Postma entworfen, den Kinder und Erwachsene gemeinsam ausmalen und beschreiben können - eine Art Tagebuch an der Wand.

Solche Kalender sind weniger Gebrauchsgegenstand, sondern eher Dekoration, die beim Abschalten hilft. "Ich sehe eine Wanduhr eher als Stressfaktor an", sagt der Wohnpsychologe Uwe Linke. "Sie zeigt mir täglich, wann ich wo sein muss. An einem großen und präsenten Kalender sehe ich nicht die tägliche Aufgabe, sondern das, was kommt - und ich freue mich darauf."

Eine Kalendertapete würde er daher nur mit schönen Anlässen und Terminen füllen: Im Feld des ersten Urlaubstags sollte ein Bild des Reiseziels festgesteckt werden. "Und wenn es draußen grau und trüb ist, kann man sich auf den Frühling freuen und schon lange vor dem 1. März auf das Tagesfeld eine Blütenknospe hängen", rät Linke.

Der Zahnarzttermin bekommt stattdessen kein Feld. "Man sollte bewusst Gruseliges im Wohnraum weglassen", erläutert Linke. "Das gilt für die gesamte Einrichtung. Warum sich ständig an unangenehme Dinge erinnern." Die eigentliche Terminplanung finde bei ihm daher diskreter - digital oder im Taschenkalender - statt.

Einen Kalender der besonderen Art gibt es für 2012 auch in der Hamburger Abendblatt edition: "Schiet di wat!" - ein norddeutscher Schimpfkalender. Der als Ringbuch gestaltete Planer erklärt auf 128 Seiten 26 Schimpfwörter vom Baschkopp bis zum Spökenkieker, untermalt mit herrlich skurrilen Motiven. Das handliche Format mit dem übersichtlichen Kalendarium bietet viel Platz für Termine und Notizen. Für 17,95 Euro ist er im Buchhandel (Thalia, Dr. Götze, Media Markt) erhältlich oder über das Internet ( www.abendblatt.de/shop ).

Schmitz rät, Kalender an prägnanten Stellen aufzuhängen, zum Beispiel bei Senioren im Schlafzimmer und bei Familien in Räumen, die gemeinsam genutzt werden. Dabei seien möglichst farbenfrohe, bunte und schöne Varianten zu bevorzugen, die Spaß machen. So wirkten Kalender nicht als Mittel der Belehrung.

Dekorationen gehören nicht in eine versteckte Nische des Zimmers, sagt auch Ursula Geismann, Möbelexpertin der Verbandes der Deutschen Möbelindustrie. "Manche Kalender sind ja schon Kunstobjekte." Sie plädiert dafür, ausgefallene Stücke für die ganze Familie an besonders hervorgehobene Plätze im Wohnraum zu hängen und möglichst bunt zu gestalten: "Die Nutzung im Wohnraum ist ganz anders als etwa am Arbeitsplatz."

Außergewöhnlich ist der Mondphasenkalender (122 Euro), der seit Jahren im Hamburger Papiergeschäft Bethge angeboten wird. Im Handsiebdruck werden die Seiten gedruckt - die Herstellung aller Produkte erfolgt nur in Deutschland oder in Italien. Jedes Jahr ist er anders gestaltet. Für 2012 wurde er mit Iriodin Pigmenten versehen, wodurch sich je nach Beleuchtung eine andere schillernde Farbwirkung ergibt. "Für diesen Kalender haben wir auch Kunden in Kalifornien und Tokio, 1997 wurde er mit dem Designpreis ausgezeichnet", sagt Waltraud Bethge.

Hochwertig gestaltete Kalender gibt es aber auch für die Tasche und den Tisch. "Wir haben zum Beispiel Hüllen aus geprägtem Leder für den normalen Moleskine-Kalender entwickelt, auch mit Stifthalter", sagt Bethge, deren Anliegen es ist, alltägliche Dinge schön zu machen.

Ideen gibt es viele: Das dänische Unternehmen Huebsch hat einen nach Tagen unterteilten Wochenkalender entwickelt, der wie ein Bild an der Wand angebracht wird. Darauf werden mit Kreide Aufgaben und schöne Anlässe wie das Treffen mit Freunden am Sonnabend oder der gemeinsame Strandausflug am Sonntag eingetragen. Man kann so etwas aber auch selbst machen: An eine zentrale Wand in der Wohnung 31 kleine Quadrate zeichnen und mit Tafellack in Schwarz und Grau anmalen. Diese können dann mit Kreide beschrieben oder mit Merkzetteln beklebt werden.

Eine Alternative sind 31 durchnummerierte Magneten am Kühlschrank, jeder Wochentag in einer anderen Farbe, oder eine Pinnwand mit entsprechenden Zahlenpins, die Merkzettel oder Postkarten halten. Gerade Kinder könnten diese Tage einfach bestücken und betreuen, findet Linke.

Schön gestaltete, aber dezentere Kalender können auch Wände und Räume auflockern, an denen Planung das A und O ist. Der Designer Gideon Dagan hat einen ewigen Kalender gestaltet, der eher einem Kunstobjekt als einer Datumsanzeige gleicht. Auch der Tischkalender von Danese Milano mit ausklappbaren Plättchen für Datum, Tage und Monat ist ein klassischer Designkalender, er wurde bereits 1967 von Enzo Mari entworfen.

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus