Geld für Sanierungen
KfW streicht Zuschüsse - welche Alternativen gibt es?
Ab September gibt es weniger Geld für Sanierungen von der staatlichen KfW-Förderbank. Das Institut stellt wegen Geldmangel sein Programm für die energieeffiziente Sanierung von Wohnhäusern ein. Betroffen sind die Programme 152 und 430. Immobilienbesitzer, die beispielsweise einen Heizungsaustausch, eine Fenstererneuerung oder eine Dämmung planen, können nicht mehr auf die zinsgünstigen Kredite bzw. einen direkten Zuschuss zurückgreifen. Ebenfalls nicht mehr gefördert werden zudem Maßnahmen zur Optimierung der Wärmeverteilung sowie zum Austausch von Nachtspeicheröfen.
Eine Verbesserung der Situation im nächsten Jahr ist nicht zu erwarten, denn an staatlichen Zuschüssen kann die KfW 2011 mit 437 Millionen Euro nur noch ein Drittel der Summe erwarten, die für dieses Jahr zur Verfügung steht. "Modernisierern bleibt nichts anderes übrig, als sich nach anderen Förderprogrammen umzusehen", sagt Christian Schmid Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Die KfW verweist auf ihr Programm Wohnraum modernisieren (Programm 141), das aber keinen zinsverbilligten Kredit bietet. Pro Wohneinheit können bis zu 100 000 Euro beansprucht werden, ohne dass bestimmte energetische Normen erfüllt werden müssen. Der Effektivzins liegt für eine zehnjährige Zinsbindung je nach der Gesamtkreditlaufzeit zwischen 3,10 und 3,59 Prozent und bewegt sich damit auf Marktniveau. Ein Vorteil gegenüber privaten Banken kann sein, dass sich diese Institute schwertun, kleinere Kredite von 20 000 oder 50 000 Euro für Modernisierungen zu vergeben oder dafür höhere Zinsen verlangen. Außerdem sind bei dem KfW-Kredit, der über die Hausbank beantragt werden muss, außerplanmäßige Tilgungen möglich.
Das Programm "Altersgerecht Umbauen" (Nr. 155) hilft zwar nicht bei der energetischen Sanierung, aber wer eine größere Sanierung plant, kann überlegen, ob er nicht etwa das Bad barrierefrei gestalten will. So lassen sich zumindest Teile der Modernisierung zinsgünstig finanzieren. Der Effektivzins liegt für eine zehnjährige Zinsbindung je nach der Gesamtkreditlaufzeit zwischen 1,76 und 2,42 Prozent.
Eine weitere Alternative ist das Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Es wurde zwar auch beschnitten, doch wer eine Heizung mit erneuerbaren Energien plant, kann beim BAFA direkte, nicht rückzahlbare Zuschüsse beantragen. Das gilt allerdings nur für Modernisierungen im Bestand und nicht mehr für den Neubau. So reicht es aus, die neue Gas-Heizung mit einer Solaranlage zu kombinieren. Die darf aber nicht nur das Duschwasser erwärmen, sondern muss auch die Heizung unterstützen. Dafür gewährt das Amt 90 Euro/m² Kollektorfläche. Für den neuen Heizungskessel gibt es 400 Euro Zuschuss. Werden bestimmte Grenzwerte der Energieeinsparverordnung 2009 unterschritten, erhöht sich die Förderung um den Faktor 0,5. Gefördert wird mit mindestens 2500 Euro auch der Einbau eines Pelletkessels mit neu errichtetem Pufferspeicher. Für eine Wärmepumpe als Heizung gibt es bis zu 20 Euro/m² Wohn- oder Nutzfläche. Den Einbau moderner Heizungen fördert auch Hamburg, wenn sie zusammen mit solarthermischen Anlagen installiert werden. Für Anlagen im Gebäudebestand gibt es einen Zuschuss von 140 Euro/m² Kollektorfläche.
Für Wärmeschutz im Gebäudebestand können in Hamburg weitere Fördermittel abgerufen werden. Die Anträge müssen bei der WK Hamburg vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Da zu erwarten ist, dass diese Programme jetzt stark nachgefragt werden, sollten sich Modernisierer mit ihren Vorhaben beeilen.
Mehr Informationen unter www.kfw-foerderbank.de oder www.bafa.de . Kostenlose Beratungen erhalten Modernisierer in Hamburg im Energiebauzentrum, mehr dazu unter www.energiebauzentrum.de



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