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Immobilien

Internationale Bauausstellung

Wegweisende Häuser aus Holz

Die IBA hofft mit den exklusiv für die Bauausstellung entworfenen Gebäuden bundesweit Anstoß zu geben


Foto: IBA Hamburg

Hamburg. Die Vorgabe der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Wilhelmsburg an die Wettbewerbsteilnehmer für die "Smart Price Houses" war unmissverständlich. "Die Baukosten durften pro Quadratmeter nicht über 1000 Euro liegen", sagt IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg. Zum Erstaunen der IBA-Jury entschieden sich fast alle Architekten für Holzgebäude. Nicht, weil Holz ein billiger, minderwertiger Baustoff ist und nur so die Baukosten einzuhalten waren, sondern weil man mit ihm, so Hellweg, "nachhaltig, preisgünstig und auch qualitativ hochwertig bauen kann".

In Norddeutschland tun sich viele Bauherren mit Holz noch schwer, obwohl Skandinavier und Kanadier Holz schon immer in rauen Klimazonen einsetzten. "Die Hamburger Bauordnung lässt fünfgeschossige Holzhäuser zu", sagt Uli Hellweg. Ganz so hoch werden die Holzhäuser, die auf dem IBA-Gelände entstehen, nicht werden, aber alle "Smart Price Houses" sind als mehrgeschossige Stadthäuser geplant.

"Die Architekten haben sich eingehend mit Holz als Baumaterial befasst", betont Hellweg. Und das nicht nur unter bautechnischen Gesichtspunkten oder denen des Brandschutzes, sondern auch unter ästhetischen. "Unter den Einsendungen sah nur der Entwurf von Kaden Klingbeil Architekten ein weiß verputztes Gebäude vor. Bei allen anderen ist das Holz sichtbar." Die Häuser werden auf Dauer also ihre Farbe verändern. Dazu Uli Hellweg: "Das wird die Beschaffenheit des Materials nicht beeinflussen, da nur die Oberfläche des Holzes betroffen ist." Zweifler, die dem Holz im norddeutschen Klima wenig zutrauen, könnten hier erleben, wie widerstandsfähig und wie schön das Material sei. "Wir hoffen, dass wir in Hamburg mit diesen Gebäuden eine Entwicklung anstoßen."

Zu den Bedingungen des Wettbewerbs gehörte auch, dass die Architekten mit Bauunternehmen kooperieren mussten, die diese Häuser schließlich bauen werden. "Es sollten innovative Häuser entstehen, aber keine Luftschlösser, sondern realisierbare, nachhaltige Bauten", so Hellweg. Sämtliche Gebäude wurden exklusiv für die IBA entworfen. Das schließe aber nicht aus, dass sie nach der Ausstellung auch in anderen Stadtteilen oder Städten gebaut werden können, betont Hellweg.

Alle preisgekrönten Wettbewerbsbeiträge zeichnen sich durch eine flexible Grundrissgestaltung aus. Das Gebäude des Hamburger Büros Fusi & Ammann Architekten, das mit Schwörer-Haus zusammengearbeitet hat, besteht aus quadratischen Grundmodulen. Die 45 Quadratmeter großen, vorgefertigten Bauteile können beliebig miteinander kombiniert werden - sowohl horizontal als auch vertikal zu Maisonettewohnungen. Man kann sie sowohl zu einem großen Loft zusammenstecken oder durch nicht-tragende Trennwände auch in kleinere Räume unterteilen. "Sie können auch als Garage, Carport, Terrasse oder Speicherraum gefertigt werden", sagt Hellweg. Sämtliche Smart Price Houses werden wegen des feuchten Grunds ohne Keller gebaut. Schwörer wird die Wohnungen in diesem Haus als Eigentumswohnungen verkaufen.

Eine flexible Grundrissgestaltung stand auch bei den Überlegungen des Instituts für urbanen Holzbau aus Berlin im Zentrum. Ihr Woodcube, ein viergeschossiges Gebäude in Holzmassivbauweise, besitzt einen zentralen Erschließungskern aus Beton, um den sich die Wohnungen legen. In der Grundrissgestaltung haben die Bewohner alle Freiheiten. So lassen sich auch übereinander liegende Wohnungen zu einer Maisonettewohnung kombinieren, die mit einer eigenen Treppe verbunden sind. Fünf bis sieben Wohnungen mit einer maximalen Größe von 126 Quadratmetern können in diesem Gebäude entstehen. Markantes Merkmal des Woodcubes sind die großen Balkone, die aus dem Holzkubus herausragen.

Freiheiten bei der Grundrissgestaltung haben auch die Interessenten, die sich für den Kauf einer Wohnung in dem Gebäude entscheiden, das vom Londoner Büro Adjaye Associates entworfen wurde. Auch hier sind die Wohnungen um einen inneren Erschließungskern angeordnet. Anders als beim Woodcube wird die strenge Kubatur des Gebäudes aber nicht durch Balkone aufgelockert, sondern durch Einschnitte in den Fassaden, in denen sich Loggien oder Terrassen befinden.

Auch die englischen Architekten arbeiten mit Modulen, die bei ihnen 7,5 mal neun Meter betragen. Sie können beliebig angeordnet und durch nichttragende Wände unterteilt werden, nur dass hier, anders als beim Woodcube, die einzelnen Wohnungen an der Fassade ablesbar sind. Die Wohnungsgröße beträgt maximal 111 Quadratmeter. Zum energetischen Konzept des Gebäudes gehören die raumhohen Fenster, die nicht nur viel Licht ins Haus lassen, sondern auch eine ausreichende Querlüftung gewährleisten. Auf dem Dach können zusätzlich bis zu 80 Quadratmeter Fotovoltaikpaneele montiert werden.

Auch in der hölzernen Wohnwerkstatt Wilhelmsburg, entworfen von "x architekten" aus Wien, sind die einzelnen Wohnungen an der Fassade ablesbar. Je nach Grundriss können sich die Bewohner individuelle Fassadenelemente und entsprechende Balkone montieren lassen. Aus der Fassade ragen in regelmäßigen Abständen eine Reihe von Stacheln, auf die man die Balkone stellen kann.

Der Baubeginn wird im nächsten Jahr sein. Der aktuelle Stand der einzelne Projekte und der jeweilige Vermarktungsbeginn können im Internet unter www.iba-hamburg.de verfolgt werden.

 

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