Wohlfühlen: Vom Duftbad bis zur Dampfdusche
Wie das Bad zur Wellness-Zone wird
Massagedüsen und Whirlpools sorgen für die nötige Entspannung. Der Clou sind Farbspiele und Musik.
Foto: Kaldewei
Schon für die alten Römer und Griechen waren Bäder Refugien der Körperpflege. In Deutschland fristeten sie lange Zeit ein Dasein als triste Nasszellen. Mittlerweile jedoch erfüllen Bäder zunehmend hohe Ansprüche an Wellness und Wohlbefinden. Architekten und Designer gehen davon aus, dass das "Bad der Zukunft" einer der schönsten und repräsentativsten Lebens-Räume im Haus sein wird.
"Ausspannen, sich pflegen, die Seele mal baumeln lassen - das wird vielen immer wichtiger", bestätigt Frank Mundorf, Leiter der Badausstellung beim Sanitär- und Heizungsspezialisten Friedrich Lange in Bahrenfeld. Für ein ausgedehntes Wellness-Vergnügen im Bad empfiehlt er eine möglichst große, tiefe und frei stehende Badewanne, eine Dampfdusche sowie eine Ruhezone. Das A und O im Bad ist für Mundorf außerdem eine Beleuchtung, die aus Funktions- und Ambientelicht besteht, sowie ein vernünftiges Sound-System.
Ein Badprogramm, mit dem man dampfen, duschen, Infrarot baden und gleichzeitig Farben, Düfte und Klänge auf sich wirken lassen kann, ist das SensaMare von Hoesch. Es setzt sich aus einer Wanne zusammen, die auch mit Whirlfunktion angeboten wird, einer Duschkabine sowie einem Waschtisch mit Becken und Spiegel. "Jedes Element ist in vielen Ausstattungsvarianten erhältlich", sagt Peter Heymann, Ausstellungsleiter bei Peter Jensen. Großen Wellness-Spaß bietet die Whirlwanne in der frei stehenden Version: Die rotierenden Düsen sind in die Seitenwände der Außenverkleidung integriert. Auffällig ist, dass viele Hersteller auf stimmungsvolle Lichtspiele in Wannen, Dusch- und Dampfkabinen setzen. Sie sollen sich positiv auf Körper und Geist auswirken. Bei SensaMare runden beispielsweise Unterwasserscheinwerfer das Whirl-Vergnügen ab. Generell wird Rottönen nachgesagt, dass sie das Leistungsvermögen aktivieren, Gelb-Grün und Grün stehen für Harmonie und beleben den Geist, Blau als Farbe der Stille soll Ruhe und Entspannung vermitteln.
Vitalisierend auf den ganzen Körper wirken auch die Wasser-Massagestrahlen und sprudelnden Luftbläschen in den Wannen. Die Durchblutung wird dadurch gefördert und das Bindegewebe gestrafft. Die Massagestärke ist meist individuell einstellbar. Diverse Badewannen mit einem sehr leisen Luftsprudelsystem und mit acht Bodendüsen bietet Villeroy & Boch an. Das soll ein "Champagnerperlen"-Effekt erzeugen: wohliges Prickeln auf der Hautoberfläche durch feine Luftperlen, die an der Wasseroberfläche leise und beruhigend kribbeln. Auch bei der Optik schlägt dieser Anbieter mit den fast unsichtbaren "Invisible Jets" ein neues Kapitel bei Whirlpools auf: Die flächenbündigen Düsen haben die gleiche Farbe wie die Badewanne. Sie werden erst sichtbar, wenn die Massagefunktion aktiviert wird. Dann fahren die Düsen automatisch aus der Wannenwand heraus.
Auch die Ansprüche an das Duschbad haben sich verändert: Im Trend sind heutzutage Dampfduschen. Hersteller werben damit, dass der warme Dampf das Gefühl vermittelt, die Haut werde porentief gereinigt, was ein Gefühl von Sauberkeit und Frische herbeizaubere. Für Frank Mundorf ist die Dampfdusche von Duravit der Rolls-Royce unter den Dampfduschen. Für mehr Spaß beim Duschen sorgen auch großflächige Kopfbrausen wie der Raindance Rainmaker AIR von Hansgrohe. Für die XXL-Kopfbrause, die auch mit Lichtfunktion erhältlich ist, bietet der Hersteller zwei Alternativen an. Neben dem ovalen Modell steht eine rechteckige Variante zur Wahl. Sie ist eine perfekte Ergänzung für puristisch eingerichtete Badezimmer.
Entspannend wirken schließlich auch Badezusätze, Musik und dezente Düfte. Im Trend liegen zurzeit Raumdüfte, die sich unaufdringlich über naturbelassene Rattanstäbe verteilen. Experten raten dazu, Essenzen nicht zu hoch zu dosieren. Weniger ist hier mehr, denn zu viel Duft kann Kopfweh bewirken. Auch sollten Essenzen nicht einfach in großen Mengen ins Badewasser gegeben werden: Dann schwimmen die Tropfen lediglich auf der Oberfläche und können die Haut unnötig reizen. Tipp hier: Da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, brauchen sie eine fettlösliche Trägersubstanz wie Sahne, Vollmilch oder auch einen Esslöffel Honig.




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