10.01.13

Schlüsseldienste auf Extrakosten hin überprüfen

Aufschläge sind erlaubt, doch manche Firmen tricksen oder fordern mehr, als ihnen zusteht

Einige Schlüsseldienste nutzen die Hilflosigkeit ihrer Kunden gehörig aus. Das Öffnen einer Tür kann unter Umständen mehrere Hundert Euro kosten. Wie viel für die Dienstleistung zusammenkommt, sei vorher meist schwer zu durchschauen, warnt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn über die Gesamtpreise werden Kunden oft im Unklaren gelassen. Vor allem Zusatzkosten, zum Beispiel für die Anfahrt, oder Zuschläge am Wochenende, würden häufig nicht erwähnt. Oder es würden Preise ohne Mehrwertsteuer genannt.

Rehberg empfiehlt, selbst in solch einer misslichen Lage sich die Zeit zu nehmen, bei mehreren Anbietern nachzufragen und Preise zu vergleichen. Wer ohne nachzudenken gleich irgendeinen Schlüsseldienst anrufe, mache schon den ersten Fehler. Lieber zunächst beim Nachbarn klingeln, sich bei ihm an den Tisch setzen, ins Branchenbuch schauen - und dann gezielt bei Anbietern abfragen, was der Auftrag insgesamt kosten kann. Rehberg: "Am besten, man vereinbart einen Festpreis. Dann weiß man genau, was auf einen zukommt." Denn ein Problem bestehe darin, dass sich nicht immer sofort erkennen lasse, woher der Monteur anreist - auch wenn die Adresse des Schlüsseldienstes gleich um die Ecke ist: "Gerade am Wochenende landet man unter Umständen in einem Callcenter, das dann einen Monteur losschickt. Man glaubt, das sei jemand aus der näheren Umgebung, dabei kommt der sonst woher", warnt die Verbraucherschützerin. Schon das könne den Preis nach oben treiben - wenn für die Anreise nicht pauschal bezahlt werden muss, sondern nach Zeitaufwand. Wie lange die Anfahrt dauert und was sie kosten soll, muss deshalb idealerweise so früh wie möglich geklärt werden.

Richtig teuer wird es, wenn die Tür am Wochenende zugefallen ist: "Dann sind 100 Prozent Aufschlag üblich", sagt Rehberg - rechtlich sei dies nicht zu beanstanden. "Höher darf der Aufschlag aber nicht sein. 500 Prozent sind ganz sicher Wucher." Häufig verlangten Schlüsseldienste für einen Einsatz nach 17 Uhr einen Spätzuschlag von 50 und dann ab 22 Uhr einen Nachtzuschlag von 100 Prozent, der auch sonnabends und sonntags gelte.

(dpa)
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