Materialverbrauch pro Einwohner steigt
Wie viel Material verbrauchen Städte wie Hamburg, Wien oder Leipzig? Wie stark belasten Produktion und Konsum die Umwelt? Im Forschungsprojekt "NEDS" (Nachhaltige Entwicklung zwischen Durchsatz und Symbolik) gehen die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP), die Universität Hamburg und das Sustainable Europe Research Institut diesen Fragen nach.
Jeder Bundesbürger verbraucht im Schnitt jährlich 20 Tonnen Material. Dieser "gesellschaftliche Stoffwechsel" wiegt viel schwerer als die Produkte, die jede(r) Einzelne in die Wohnung trägt, da für die Produktion und den Transport dieser Produkte große Mengen an Energie und Materialien eingesetzt werden. So sind für die Herstellung eines 2,5 Kilogramm schweren Laptops mehr als 300 Kilogramm Materialien im weltweiten Produktionsnetzwerk nötig.
Der jährliche Materialverbrauch eines Einwohners von Hamburg stieg in den Jahren 1992 bis 2001 von knapp über zehn Tonnen auf knapp unter 20 Tonnen und liegt etwas unterhalb des deutschen Durchschnitts. Aber im Gegensatz zum Bundestrend wächst er weiter.
Die NEDS-Wissenschaftler erklären sich die gegenläufigen Trends mit dem Zusammenbruch von materialintensiven Industrien, zum Beispiel des Steinkohlebergbaus: Der gesunkene Rohstoffeinsatz der Industrie habe in anderen Bundesländern den Anstieg des privaten Verbrauchs mehr als ausgeglichen.
Projektleiter Fred Luks von der HWP geht deshalb davon aus, dass gerade in einer Dienstleistungswirtschaft, die grundsätzlich relativ wenig Material verschlingt, der Materialdurchsatz durch den Anstieg des privaten Konsums und anderer Sektoren weiter steigen wird. Dies gilt auch für Hamburg.



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