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Umwelt

Klimaschutz auf den Weltmeeren

Wegen ihres weltumspannenden Charakters wurden der Luftverkehr und die Schifffahrt aus dem Klimaschutz-Protokoll von Kioto ausdrücklich ausgeklammert. Stattdessen sollen die jeweiligen Branchen-Organisationen Regeln erarbeiten, um den Ausstoß von Treibhausgasen in ihrem Bereich zu senken. Bei der Schifffahrt ist die IMO (International Maritime Organization) gefordert - bislang sei wenig passiert, sagt Sven Bode vom Hamburger Weltwirtschaftsarchiv (HWWA). Schiffe transportieren 95 Prozent der Güter im Welthandel und tragen nur einige wenige Prozent zum weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß bei (die Berechnungen schwanken zwischen 1,8 und 3,5 Prozent). Doch der Trend zu schnelleren und damit "durstigeren" Schiffen sowie das wachsende Güteraufkommen könnten den Anteil der Schifffahrt schnell steigen lassen. Zumal es derzeit weder wirtschaftliche noch politische Anreize zum Energiesparen gibt. Ein viel versprechendes Instrument des Klimaschutz-Protokolls könnte auch in der Schifffahrt zum Zuge kommen, so Bode: der Emissionshandel. Er würde auf EU-Ebene bereits diskutiert, während die IMO wenig Interesse zeige. Zwei Varianten seien denkbar: Zum einen könnten CO2-Einsparungen auf Schiffen in landseitige Handelssysteme (derzeit im Aufbau) eingespeist werden. Zum anderen könnte ein Handelssystem innerhalb der Schifffahrt eingeführt werden. Dazu müssten sich jedoch die Schifffahrtsnationen freiwillig ein verbindliches Emissionskontingent auferlegen. Der größte Klimaschutzeffekt ließe sich sofort und ohne zusätzliche Technik erzielen: Würde die Welthandelsflotte im Durchschnitt zehn Prozent langsamer fahren, so würde der CO2-Ausstoß um 23,3 Prozent sinken. Positiver Nebeneffekt: Die Werften hätten mehr Arbeit, da zusätzliche Schiffe gebraucht werden, um das Güteraufkommen zu bewältigen. (hi)

 

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