Kampagne zur Rettung der Fischwelt
40 Prozent der Meeresfläche von Nord- und Ostsee sollten als Schutzgebiete ausgewiesen werden, in denen die Nutzungen durch den Menschen stark eingeschränkt sind. Mit dieser Forderung startete Greenpeace gestern eine europaweite Kampagne zur Erholung der geschrumpften Fischbestände.
Fischerei, Öl- und Gasförderung sowie Schifffahrt setzten den Fischen besonders zu, sagte Meeresexpertin Dr. Iris Menn: "Jährlich werden in der Nordsee 2,5 Millionen Tonnen Fisch gefangen. Hinzu kommen 700 000 Tonnen Beifang: Fische, die zu klein sind und wieder über Bord geworfen werden, sowie anderes Meeresgetier wie Seesterne, Krebse und ähnliches." Bei Kabeljau und Dorsch, den einstmals wichtigsten Speisefischen der Nord- und Ostsee, sei die Masse an laichfähigen Fischen in den vergangenen Jahrzehnten auf ein Zehntel zurückgegangen, so Menn.
Auch die 500 Öl- und Gasbohrinseln, die die zentrale Nordsee zum Industriegebiet machten, schädigten die Meeresfauna, betont Greenpeace. Allein mit dem Produktionswasser gelangten jährlich 15 000 Tonnen Öl ins Meer. Zusätzlich belasten Schiffe das Ökosystem, wenn sie illegal Ölrückstände ablassen. Vor allem die Tankschifffahrt stelle zudem ein hohes Risiko für die Meere dar.
Die Schutzgebiete sollen Kernzonen enthalten, in denen jegliche Nutzung durch Menschen ausgeschlossen ist. In weiteren Zonen sollen die Fischerei, die Schifffahrt und andere Nutzungsformen eingeschränkt werden.
Heute bricht das Greenpeace-Schiff "Esperanza" von London Richtung Nordsee auf, um auch mit direkten Aktionen für den Meeresschutz zu kämpfen.



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