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Umwelt

Die Herkunft der Froschschenkel

Die Umweltfrage

Unsere Umwelt-Beraterin Angela Grosse beantwortet Fragen zum Umweltschutz im Alltag.

Frau E. Schröder aus Groß Flottbek fragt: Stimmt es, dass Froschschenkel jetzt ökologisch verträglich in Deutschland gewonnen werden?

Das stimmt wohl nicht. "Ökologische Froschschenkel halte ich für völlig unglaubwürdig", sagt Roland Melisch, Artenschutzexperte des WWF. Auch das Bundesamt für Naturschutz, das Verbraucherschutzministerium, der Bundesverband des Groß- und Außenhandels, der Warenverein der Hamburger Börse und zwei Feinkost-Importeure haben davon nichts gehört.

In Deutschland dürfen einheimische Frösche nicht kommerziell gezüchtet oder gefangen werden, weil sie zu den besonders geschützten Arten gehören. Eine Zucht mit ausländischen Arten ist zu aufwendig und die Zucht des nordamerikanischen Ochsenfrosches, der am Oberrhein bereits eine Plage darstellt, ist für die Umwelt zu gefährlich.

Die Frösche, die in Deutschland verzehrt werden, kommen aus dem Ausland. Für 2001 notiert das Statistische Jahrbuch einen Import von 4800 Kilogramm Froschfleisch aus allen EU-Ländern. Für diese Menge mussten - je nach Größe der Tiere - 94 000 bis 235 000 Frösche sterben.

Die Schenkel für den deutschen Markt kommen vor allem aus Frankreich. Teilweise stammt die Ware aus Indonesien und wird in Frankreich nur umgeschlagen, teilweise werden die Frösche in Frankreich gezüchtet.

Einige Hamburger Restaurantbesitzer behaupten, "ihre" Froschschenkel stammen nur aus französischen Zuchten. Dort werden die Tiere, so die Auskunft dieser Restaurantbesitzer, mit einem gezielten Schnitt geköpft, bevor ihnen die Schenkel abgerissen werden.

Tierschützer bezweifeln allerdings, dass das Köpfen den Tieren Leiden erspart. Unvorstellbar grausam ist es, wie in Asien praktiziert, den Tieren die Schenkel bei lebendigem Leib abzureißen, so dass sie qualvoll sterben.

Haben Sie eine Umweltfrage? Dann schreiben Sie an: Hamburger Abendblatt, Umweltredaktion, Brieffach 2110, 20350 Hamburg, E-Mail: umweltfrage@abendblatt.de

 

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