Migräne kommt oft nach Stress
Etwa 30 Prozent der Deutschen leiden an Migräne, schätzt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).
Aber bei nur zehn Prozent der Bevölkerung ist sie richtig diagnostiziert. Frauen sind dreimal häufiger betroffen als Männer.
Meist tritt der hämmernde Kopfschmerz halbseitig auf und nimmt schon bei leichten Belastungen wie Treppensteigen zu. Übelkeit und Lichtempfindlichkeit sind häufige Begleiterscheinungen der vier bis 72 Stunden währenden Attacken. Chronisch ist die Krankheit erst, wenn jemand fast täglich oder an mehr als 14 Tagen im Monat Anfälle bekommt. Oft sind es Hormonschwankungen vor oder während der Menstruation, die bei Frauen die Schmerzattacken in Gang setzen. Daneben gelten vor allem Entspannungs- und Erholungsphasen nach Stressmomenten als Auslöser, "Trigger" genannt. Nahrungsmittel spielen nur eine untergeordnete Rolle.
Damit es gar nicht erst zu Attacken kommt, raten Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, und DMKG-Sekretär Prof. Peter Kropp, schon in Stressphasen zu entspannen. Als hilfreich hätten sich Biofeedback und progressive Muskelentspannung nach Jacobson erwiesen. Bei jedem Migräne-Kranken sollte an erster Stelle ein regelmäßiger Lebensrhythmus stehen. Wem das aber nicht weiterhilft, der ist auf Medikamente angewiesen. Manchmal reichen hoch dosierte, einfache entzündungshemmende Schmerzmittel - nicht öfter als zehnmal im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander - oder sogenannte Triptane. Auch regelmäßiger Sport wie Joggen kann helfen, Intensität und Häufigkeit der Migräne zu senken.



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