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Medizin

Bei Problemen - Therapie oder Coaching?

Zum Coach oder auf die Couch? Wer heute ein persönliches Problem bewältigen will und professionelle Hilfe sucht, steht nicht selten vor dieser Frage. Denn Psychotherapeuten bieten zunehmend auch sogenannte Coachings an. Doch was ist der Unterschied zur Therapie? Und für wen kommt welches Angebot in Frage?

"In der Therapie geht es stärker um das Klären und Verstehen, beim Coaching geht es mehr um das Handeln", sagt Stefan Baier vom Bundesverband Deutscher Psychologen (BDP) in Berlin. Ein zweiter, für viele Betroffene wichtiger Unterschied: Für bestimmte Therapien kommt die Krankenkasse auf, Coaching ist Privatsache. Für Verwirrung könne sorgen, dass die Begriffe "nicht immer sauber gehandhabt" werden, sagt Baier, der selbst psychologischer Psychotherapeut und ausgebildeter Coach ist.

Eine Psychotherapie soll dabei helfen, die psychische Gesundheit wiederherzustellen. "Es muss also eine Störung mit Krankheitswert vorliegen: eine Depression, eine Phobie oder eine psychosomatische Erkrankung", erläutert die Psychotherapeutin Gisela Freisberg aus Wiesbaden, die überwiegend als Coach arbeitet. Ein Therapeut versuche dann, die Probleme mit Blick auf die Vergangenheit des Patienten zu analysieren, die Ursachen zu finden und so die Heilung einzuleiten.

Voraussetzung für ein Coaching sei die psychische Gesundheit, betont Axel Janßen vom Deutschen Verband für Coaching und Training (dvct) in Hamburg. "Ein Coach bietet Hilfe zur Selbsthilfe." Mit dem Klienten legt er das zu erreichende Ziel und den Weg fest. Dabei knüpft er an die Möglichkeiten des Klienten an: Welche Stärken und Talente kann er nutzen? Welche Motive treiben ihn, wer unterstützt ihn? Meist gehe es beim Coaching um Themen aus der Arbeitswelt, sagt Janßen. Das schließe aber nicht aus, dass auch Schwierigkeiten am Arbeitsplatz eine Therapie nötig machen können, wie etwa ein Burn-out-Syndrom. Ebenso können Probleme am Arbeitsplatz tiefer liegende, therapiebedürftige Ursachen haben. Umgekehrt kann sich ein Fall, der als Therapie beginnt, auch als Sache für das Coaching herausstellen. Wer sich nicht entscheiden kann, sollte sich beraten lassen. Helfen können hier psychosoziale Beratungsstellen, die es in vielen Städten gibt. Auch Organisationen wie der dvct oder der BDP-nahe Psychotherapie-Informations-Dienst helfen bei der Einschätzung und können Auskunft geben.

Vor der endgültigen Entscheidung sollten Betroffene bedenken, dass die Qualifikation des Helfers nur ein erstes Kriterium ist, sagt Baier. Ebenso wichtig sei der Eindruck vom Coach oder Therapeuten. Wenn man beim ersten Treffen ein komisches Gefühl habe, werde das mit der Zeit nicht verschwinden und die gesamte Arbeit behindern.dpa

 

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