Mit der Kraft des Lichtes
Lasertherapie: Aus vielen Bereichen der modernen Medizin ist diese Methode nicht mehr wegzudenken. Über Möglichkeiten und Grenzen dieser Therapien informiert das UKE auf dem "Lasertag" am 30. Januar.
Mit der Kraft von gebündeltem Licht Krankheiten behandeln - Vor fünfzig Jahren kaum mehr als eine Vision, ist die Therapie mit Lasergeräten heute fester Bestandteil der modernen Medizin. Doch der Laser ist kein "Allheilmittel". Über Möglichkeiten und Grenzen dieser Verfahren informiert das Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) am 30. Januar auf einem "Lasertag". Experten unterschiedlicher Fachrichtungen stellen medizinische Laseranwendungen im Kopf- und Hautbereich vor.
Dr. Wolfgang Kimmig, Leiter des Bereichs operative Dermatologie und dermatologische Lasertherapie in der UKE-Hautklinik und einer der Organisatoren der Veranstaltung, erläutert die Wirkungsweise des Lasers an der Haut: "Mit dieser Methode können wir gezielt Gewebe zerstören, wie zum Beispiel Blutgefäße, Pigmente oder Haare mit Laserlicht, ohne die normale Haut zu schädigen." Als Beispiel nennt der Hautarzt die Entfernung eines Feuermals, einem roten Fleck auf der Haut, bedingt durch eine Fehlbildung der Blutgefäße. "Mit einem Farbstofflaser, der genau auf das Gewebe eingestellt ist, können wir diese Gefäße veröden. Ein Laserspot hat dabei einen Durchmesser von zehn bis 15 Millimetern. Bei der Behandlung setzen wir Fleck an Fleck, bis wir die gesamte Fläche behandelt haben." Die Verödung von Blutgefäßen bei Feuermalen oder Blutschwämmen ist einer der vier großen Bereiche der Dermatologie, in denen der Laser eingesetzt wird.
Ein weiteres Gebiet ist die Entfernung von Pigmenten. Dazu zählen zum Beispiel Altersflecken, bestimmte Pigmentveränderungen und Tätowierungen. "Der Laserstrahl zerstört das Pigment in der Haut, so dass es zertrümmert wird und dann von den körpereigenen Fresszellen aufgenommen werden kann", erklärt Kimmig. Die Haut bleicht an dieser Stelle aus, "so dass man im besten Fall, was leider nicht immer gelingt, der Haut nicht mehr ansieht, dass sie jemals tätowiert war". Der Dermatologe warnt aber davor, Pigmentmale oder Leberflecke zu lasern, "weil man dann nicht mehr die Möglichkeit hat, dieses Gewebe mikroskopisch auf Krebszellen zu untersuchen, die in solchen Hautveränderungen entstehen können".
Ein weiterer Anwendungsbereich ist die dauerhafte Enthaarung. "Dazu benutzen wir bestimmte Laser, die nur die Haarfollikel zerstören und die Haut intakt lassen", erklärt Kimmig. Das Verfahren wird zum Beispiel bei Frauen eingesetzt, die auf Grund von Hormonstörungen unter übermäßiger Behaarung leiden. Es gibt aber auch kosmetische Gründe wie störenden Haarwuchs bei gesunden Frauen und neuerdings auch bei Männern. In diesen Fällen müssen die Patienten die Behandlung selbst bezahlen.
"Zudem haben wir noch die Abtragungslaser, mit denen wir insbesondere die Gesichtshaut glätten können, zum Beispiel Aknenarben und Falten. Bei dieser Methode brennen wir mit dem Laser die oberste Hautschicht ab und erhitzen die darunter liegende Lederhaut. Das führt zu einer Straffung des Gewebes", so Kimmig.
Der Hautarzt weist auch auf Nebenwirkungen der Lasertherapien hin: "Hauptrisiken beim Lasern von Pigmenten, Blutgefäßen und Haaren in normaler Dosierung sind Pigmentstörungen, also braune oder helle Flecken. Bei zu hoher Dosierung des Laserlichtes kann es zu Verbrennungen mit Blasen- und Narbenbildung kommen." Beim Abtragungslaser ist das Risiko größer. "Weil die oberste Hautschicht entfernt wird, kann es zu Entzündungen, Wundheilungsstörungen und Bildung von Wulstnarben kommen", sagt Kimmig und nennt zudem einen Grund, der die Anwendung des Lasers ausschließt: "Nicht eingesetzt werden kann der Laser bei gebräunter Haut, weil das braune Hautpigment das Laserlicht abfängt und es nicht mehr das Gewebe erreicht, das eigentlich bestrahlt werden soll. Zudem können Pigmentflecken entstehen, weil der Laser bei gebräunter Haut die ohnehin stimulierte Pigmentbildung noch verstärken kann", erklärt Kimmig.
Trotz neuer Entwicklungen warnt der Dermatologe davor, zu viele Hoffnungen in den Laser zu setzen: "Weit verbreitet ist die Meinung, man könnte mit dem Laser Narben komplett entfernen. Das funktioniert leider nicht. Man kann Narben nur verbessern, das heißt gerötete Narben aufhellen oder wellige Narben glätten." Auch der Traum vom Universal-Laser aus den Anfangszeiten der Lasertherapie hat sich nicht erfüllt: "Für jede Anwendung braucht man einen speziellen Laser, dessen Strahlung auf ein bestimmtes Gewebe eingestellt ist", so Kimmig. Allein im Kopf- und Hautzentrum des UKE sind 16 Laser in Betrieb, nicht nur für die Dermatologie, sondern auch für die anderen Fachrichtungen des Zentrums.
Ein großer Anwendungsbereich ist die Augenheilkunde. Hier werden Laser zum Beispiel bei diabetesbedingten Netzhautschädigungen, altersbedingter Makuladegeneration und Gefäßverschlüssen, zur Behandlung von Tumoren und Fehlsichtigkeiten eingesetzt. In der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde werden mit dem Laser Tumoren im oberen Atemwegs- und Schlundbereich abgetragen, Nasenmuscheln verkleinert und Mandeln entfernt. In der Poliklinik für Hör-, Stimm- und Sprachheilkunde kommen Laser in einigen Fällen von gutartigen Stimmstörungen mit Atemnot oder bei gewissen Erkrankungen an den Stimmlippen zum Einsatz. Die Zahn-, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie entfernt mit dem Laser Tumore der Mundschleimhaut und der Gesichtshaut sowie Blutschwämme. Experten all dieser Fachrichtungen werden auf dem "Lasertag" im UKE Fragen der Besucher beantworten.



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg







Das Rätsel des Tages



