Ambulanz gegen Spielsucht
Die bundesweit erste Ambulanz zur Behandlung von Computerspiel- und Internetsucht ist an der Uniklinik Mainz eröffnet worden. In der Einrichtung können bis zu 150 Betroffene pro Jahr therapiert werden, so Klaus Wölfling, Leiter der Ambulanz. Sie ist Teil eines klinischen Modellprojekts, um mehr über das zunehmende Problem der Computerspielsucht zu erfahren.
"Bei uns häufen sich die Anfragen von Eltern und zum Teil auch von Betroffenen", sagte der Leiter der Klinik für Psychosomatische Medizin, Manfred Beutel. Betroffene litten unter einem unstillbaren Verlangen, im Internet zu spielen. Die Spielzeiten würden immer länger. Wer am Spielen gehindert werde, reagiere mit Entzugserscheinungen wie Aggressivität, Nervosität oder Unruhe. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene seien betroffen, 85 Prozent der Süchtigen seien männlich.
Nach Beutel sind im Gehirn der Betroffenen Veränderungen zu beobachten, wie sie bei Alkohol- oder Cannabisabhängigkeit auftreten. In Mainz sollen die Süchtigen durch Gruppentherapie und Einzelgespräche zu einem normalen Nutzungsverhalten von Computer und Internet finden.



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