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Medizin

Gebärmutterhalskrebs: Die großen Kassen zahlen die Impfung

Als letzte der drei großen Ersatzkassen übernimmt auch die DAK die Kosten für die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Damit folgte die zweitgrößte Ersatzkasse der Techniker Kasse und der Barmer Ersatzkasse. Da es sich um die erste Impfung gegen Krebs handle, warte die Kasse nicht, wie sonst bei Kostenübernahmen, die Empfehlung der Ständigen Impfkommission ab, teilte die Krankenkasse in Hamburg mit. "Diesen Fortschritt wollen wir in jedem Fall unterstützen", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher.

Die Kasse werde die Impfung für Mädchen und Frauen vom elften bis zum vollendeten 18. Lebensjahr bezahlen. DAK-Versicherte können sich ab sofort die Kosten für Arzthonorar und Serum von ihrer Geschäftsstelle erstatten lassen. Dies sei keine Selbstverständlichkeit, da die Impfung grundsätzlich keine Kassenleistung und mit rund 500 Euro auch nicht billig sei.

Der erst im Oktober in Deutschland auf den Markt gekommene Impfstoff schützt vor der Infektion mit humanen Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Jedes Jahr erkranken laut Robert-Koch-Institut in Deutschland rund 6500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, rund 1700 sterben daran. Das Virus wird beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Der Gebärmutterhalskrebs ist die einzige Krebserkrankung, gegen die eine Impfung hilft. Der Wirkstoff schützt gezielt vor den für diesen Krebs verantwortlichen humanen Papillomviren (HPV). Seit Juni ist er in den USA auf dem Markt. "Das ist die erste echte funktionierende Krebsimpfung und ein unglaublicher Fortschritt", sagt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Walter Jonat.

Die Infektion mit den Viren kann zur Bildung von Warzen am Gebärmutterhals führen. "Nach weltweit durchgeführten Studien infizieren sich sieben von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens", sagt Virologe Lutz Gissmann vom Deutschen Krebsforschungsinstitut. Der Gebärmutterhalskrebs, das Zervixkarzinom, ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland ist die Zahl der Erkrankten seit der 1970 gesetzlich eingeführten Früherkennung durch die mikroskopische Untersuchung eines Zellabstrichs gesunken. Meist besiege das körpereigene Immunsystem die Erreger binnen eines Jahres, doch bei einigen Frauen entwickle sich über Vorläuferstadien ein bösartiger Tumor.AP

 

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