Dem Gelenk wieder Halt geben
Orthopädie: Knie-Operation per Schlüssellochtechnik. Wenn ein Kreuzband reißt, verliert das Kniegelenk seine Stabilität. In der Park-Klinik Manhagen im Norden Hamburgs rekonstruieren Spezialisten das gerissene Kreuzband aus körpereigenen Sehnen des Patienten.
Ein Kreuzbandriß muß immer behandelt, allerdings nicht immer operiert werden. Wer allerdings Ballsport betreiben oder klettern möchte, wer Ski laufen oder segeln will, wer sich mit Karate oder Yoga fit halten will, der kommt um eine Operation nicht herum - egal in welchem Alter. Darin sind sich die Knie-Experten der Park-Klinik Manhagen einig. Mit mehr als 800 Kreuzband-Operationen im Jahr ist die Belegklinik in Großhansdorf bei Hamburg auf dem Gebiet der Kreuzband-Chirurgie führend in Deutschland, so die im Internet veröffentlichten Qualitätsberichte der Kliniken in Deutschland.
Die häufigste Ursache für Verletzungen des vorderen, seltener des hinteren Kreuzbandes ist ein "verdrehtes" Knie, bei dem das Bein gedreht wird, während der Fuß fest auf dem Untergrund stehen bleibt. Die sogenannte Kniedistorsion tritt vor allem bei Ball- und Kampfsportarten sowie beim Skilaufen auf. Ist das Kreuzband gerissen, verliert das Kniegelenk an Halt - die Kreuzbänder sind nämlich die zentralen Stabilisatoren des Kniegelenkes. Beim normalen Gehen können Muskeln das Gelenk zwar oft stabilisieren, doch ersetzen können sie die Kreuzbänder nicht. Denn fehlt eines der Kreuzbänder, verschiebt sich die Drehachse im Knie immer etwas. "Kleine, fehlerhafte Dreh-gleit-Bewegungen im Knie können auf Dauer schwere Schäden am Meniskus und an der Knorpelsubstanz nach sich ziehen", warnt daher Dr. Carsten Lütten.
Um die Diagnose Kreuzbandriß zu stellen, braucht man auf keinen Fall einen operativen Eingriff, betonen die Knie-Experten. Neben der Untersuchung bedarf es nur einer Aufnahme im Kernspin, um Klarheit zu schaffen. "Wenn man ein neues Kreuzband implantieren muß, dann sollte das Knie reizfrei sei und der Patient wieder Vertrauen in sein Knie haben", sagt Dr. Kai-Uwe Jensen. Oft ist auch die Kapsel verletzt, dann kommt es zu Einblutungen in das Kniegelenk. Erst drei bis acht Wochen nach dem Unfall ist daher das Knie meist beschwerdefrei. Bis dahin darf der Patient das Gelenk nicht voll belasten.
"Die Rekonstruktion des Kreuzbandes muß präzise erfolgen, sonst kann man das Knie nach der Operation nicht mehr genau bewegen", betont Dr. Thomas Kaiser. Um das Kreuzband zu ersetzen, gibt es zwei international als gleichwertig anerkannte Methoden. Auf jeden Fall wird körpereigenes Sehnenmaterial verwendet - und die Rekonstruktion wird in Großhansdorf immer mit der "Schlüssellochchirurgie" ausgeführt. Der Operateur verfolgt seine Arbeit also am Monitor, und das Knie muß nicht geöffnet werden.
Ohne große Schnitte entnimmt der Operateur entweder ein Stück aus der Patellarsehne oder die Semitendinosussehne. Die Verankerung des neuen Kreuzbandes erfolgt arthroskopisch über Bohrkanäle, die im Schienbeinkopf und am Oberschenkelknochen angelegt werden. Der Eingriff dauert zwischen 30 und 60 Minuten, je nachdem, welche Verletzungen des Knies die Operateure noch behandeln müssen.
Aus der Patellarsehne oder Kniescheibensehne wird meist das mittlere Drittel entnommen. An den Enden des Sehnenstücks läßt man kleine Knochenreste stehen, je eines vom Schienbeinansatz und eines von der Kniescheibe. Diese Knochenstücke werden im Ober- und Unterschenkelknochen verankert und heilen in diese schnell und fest ein.
Die 24 bis 32 Zentimeter lange Semitendinosussehne oder Beugesehne, die an der Innenseite des Oberschenkels verläuft, wird zunächst vierfach gelegt und speziell vernäht, bevor sie in das Knie eingezogen und mit selbstauflösenden Stiften oder Titan, das nicht entfernt werden muß, verankert wird. Mit dieser Technik, die auch bei Kindern mit noch offenen Wachstumsfugen angewendet werden kann, wird ein extrem "strapazierfähiger" Ersatz für das zerrissene Kreuzband geschaffen.
Gleich nach der Operation werden die Patienten der Park-Klinik Manhagen von einem Physiotherapeuten behandelt, damit die Muskulatur gestärkt und die Koordination verbessert wird. Die Physiotherapie muß ambulant so lange fortgesetzt werden, bis die Beweglichkeit wieder vollständig hergestellt ist, Kraft und Koordination gut entwickelt sind.
Wann das Gelenk wieder voll belastet werden darf, die Krücken also in die Ecke gestellt werden dürfen, muß in jedem Einzelfall entschieden werden. Erst nach etwa acht bis zehn Wochen ist das Implantat so eingewachsen, daß eine feste Verbindung zwischen Knochen und Kreuzband besteht.
Wenn die Operation richtig ausgeführt wurde, dann gibt es, versichern die Ärzte, keine Minderung in der Haltbarkeit und der Belastbarkeit des Gelenks.
Informationen im Netz:
www.park-klinik-manhagen.de
www.g-qb.de



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