04.10.03

Krebs am Enddarm - neue, schonende OP-Verfahren

Von Max Conradt

Krebsoperationen am Enddarm verlieren an Schrecken. Inkontinenz, Sexual- und Blasenstörungen sind immer seltener - dank besserer OP-Techniken. Zudem achten Patienten mehr auf Warnsignale. Bösartige Erkrankungen lassen sich heute besser behandeln, viele sind sogar heilbar. Dazu zählt neuerdings das Rektum-Karzinom, der Tumor am 15 bis 18 Zentimeter langen Enddarm, der mit dem Dickdarmkrebs auf der Liste der häufigsten bösartigen Erkrankungen bei Männern an dritter und bei Frauen an zweiter Stelle steht. Nicht weniger als den Tumor fürchteten viele den künstlichen Darmausgang. Doch geht heute bei optimaler Operationstechnik bei 90 Prozent die Stuhl-Kontinenz nicht verloren. Der künstliche Ausgang (anus praeter) ist nur selten notwendig. Prof. Dr. Eberhard Gross, Leitender Arzt der 1. Chirurgischen Abteilung im AK Barmbek, erinnert an die Zeit vor etwa 15 Jahren, als bei der Hälfte der Patienten der Schließmuskel nicht erhalten blieb. Auch die Quote der Rückfälle ist geringer geworden: von 30 bis 40 Prozent auf heute fünf bis zehn Prozent. Der Enddarm ist von einem Fettkranz umgeben, in dem der Tumor wächst. Wenn der gesamte Enddarm und der Fettkranz bei der Operation entfernt werden, kann der Schließmuskel erhalten bleiben. Indem anschließend der Dickdarm entsprechend der Länge des entfernten Enddarms heruntergezogen und operativ ein Stuhl-Reservoir angelegt wird, behält der Schließmuskel alle wichtigen Funktionen. Gross macht 30 bis 40 dieser Operationen im Jahr. Die Heilungsrate: 80 bis 90 Prozent, sind Lymphknoten befallen, bei 50 Prozent. Dank besserer OP-Techniken werden auch Sexual- und Blasenstörungen, die bei Enddarm-Operationen häufig waren, weitgehend vermieden. Gross ist einer der wenigen Operateure in der Bundesrepublik, die dabei die Wasserstrahl-Dissektionstechnik anwenden, das heißt, er löst die Nervenbahnen, die für Sexualität und Blase zuständig sind, nicht per Skalpell ab, sondern schonender mit Wasserstrahl. Das ist zeitaufwendiger, aber mit weniger Einbußen bei wichtigen Funktionen verbunden. Immerhin sind viele Patienten erst zwischen 40 und 50 Jahre alt. Je früher ein Krebs erkannt ist, umso größer sind die Heilungschancen. Man sollte darauf achten, ob sich die Stuhlgewohnheiten geändert haben, sich Blut im Stuhl befindet oder es Schleimauflagerungen gibt. Das sind Alarmzeichen. Jährlich kommt es in Deutschland bei 20 bis 30 von 100 000 Personen zu bösartigen Erkrankungen des Enddarms. (Max Conradt)

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