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Medizin

Tumore können schon frühzeitig streuen

"Tumorzellen können schon streuen, wenn sich der Primärtumor gerade erst bildet." Diese These stellt Prof. Christoph Klein von der Uni Regensburg...

"Tumorzellen können schon streuen, wenn sich der Primärtumor gerade erst bildet." Diese These stellt Prof. Christoph Klein von der Uni Regensburg aufgrund seiner Auswertung von klinischen und genetischen Daten in der aktuellen Ausgabe von "Nature Reviews Cancer" (Vol. 9, Nr. 4) auf. Wenn sich diese Hypothese als richtig erweist, dann könnten Primärtumor und Tochtergeschwulst somit parallel wachsen.

Bislang galt, dass ein Primärtumor zumindest eine bestimmte Größe haben muss - die je nach Krebsart variiert -, bevor er streut. "Damit verändert sich unser Bild vom Krebsgeschehen, und das hätte wichtige Folgen für die Behandlung von Patienten", urteilt der Hamburger Krebsexperte Prof. Klaus Pantel. Der international anerkannte Leiter des Instituts für Tumorbiologie am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) erforscht seit mehreren Jahren, welche Rolle "schlafende" Tumorzellen für die Entstehung von Metastasen spielen. "Doch bevor wir Schlüsse ziehen können, muss zunächst einmal gezeigt werden, dass die Metastasen wirklich aus Zellen des frühen Primärtumors stammen", betont der Mediziner. Dazu muss man mit molekularbiologischen Methoden nachweisen, dass die genetischen Veränderungen in den gestreuten Zellen verantwortlich sind für die Bildung der Metastasen. "Vorausgesetzt, dieser Nachweis wird erbracht, müssen wir unsere Diagnostik erweitern. Wir müssen Mittel und Wege finden, auch gestreute Zellen aufzuspüren, damit wir zusätzliche Informationen über die Krankheit erhalten", so Pantel, dessen Team hochempfindliche Nachweismethoden für Krebszellen im Knochenmark entwickelte. Mit einer verfeinerten Diagnostik, dessen ist sich Pantel sicher, werden sich neue Chancen eröffnen, die Bildung von Metastasen frühzeitig zu unterbinden.ang

 

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