Wirtschaftsingenieur: Zwei neue Studien-Modelle
Neues vom Campus
Vor einem halben Jahr hatten 400 Studenten auf dem Campus der Technischen Universität Harburg (TU) noch dagegen demonstriert, dass ihr hochschulübergreifender Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (HWI) allein an der TU konzentriert werden sollte. Jetzt zeichnet sich für diesen Studiengang, der bisher von TU, Universität und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) gemeinsam angeboten wird, ein neues Konzept ab, das Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) gestern vorstellte.
Danach soll es ab dem Wintersemester 2007 zwei neue Modelle geben: einen Studiengang Wirtschaftsingenieur an der TU (mit sechs Semestern Ingenieurwesen und Bachelor, plus vier Semestern Betriebswirtschaft mit Master-Examen) sowie einen weiteren von Uni und HAW gemeinsam angebotenen Studiengang (mit Ingenieur- und BWL-Anteilen von Anfang an und ebenfalls mit Bachelor- und Master-Abschluss). Dräger: "Zwei unterschiedlich profilierte Studiengänge bieten mehr Wahlmöglichkeiten für Studierende."
Vorausgegangen waren seit Monaten Gespräche zwischen dem Senator und den Hochschul-Chefs. Eine Reform dieses Studiengangs, der 1974 von der Uni und der damaligen Fachhochschule gegründet worden war, erschien jetzt überfällig und war auch in dem Dohnanyi-Konzept zur Hamburger Hochschulreform angeregt worden. Denn nur 30 Prozent der Studienanfänger dieses Faches schaffen es bis zum Examen, die Studiendauer liegt mit knapp 14 Semestern drei Semester über dem vergleichbarer Fächer, und die Ausbildung sei unverhältnismäßig teuer, so Dräger.
Nach dem neuen Modell sollen im Herbst des kommenden Jahres an der TU zunächst 50 Studierende starten, weitere 150 an Uni und HAW. Die TU nutzt dabei ihre am NIT (Northern Institute of Technology) und der HSL (Hamburg School of Logistics) verfügbaren Kapazitäten. Allen gegenwärtigen Studenten des Fachs wurde zugesichert, dass sie noch unter den alten Bedingungen abschließen können.



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