Jura-Turm: Viele Studenten sind ausgesperrt
Neues vom Campus
Wieder gibt es - wie bereits vor einem Jahr - Ärger in der neuen Jura-Bibliothek der Uni Hamburg an der Rothenbaumchaussee. Erneut werden Nicht-Jurastudenten ausgesperrt, die hierher zum Lernen kommen. Das fünfstöckige Gebäude, das einem Würfel aus buntem Glas ähnelt, ist bei Studenten vieler Fachrichtungen besonders wegen der Öffnungszeiten an sieben Tagen der Woche beliebt. Nele Muro (26) aus Eimsbüttel und Chung-Weh Liu (25) aus Bahrenfeld studieren beide Medizin und lernen am Wochenende gerne in der Zentralbibliothek Recht. "Wir finden die Aussperrungsmaßnahme nicht in Ordnung. Früher haben Jura-Studenten auch in der Ärztlichen Zentralbibliothek am UKE gelernt, und auch noch heute lernen viele von ihnen dort. Niemand hat dort einen Studenten rausgeschmissen. Wir wären bereit, bei einem akuten Platzmangel die Plätze für Jura-Studenten zu räumen, aber wenn die Bibliothek wie am letzten Wochenende nur halbvoll ist, sehen wir das nicht ein."
Prof. Claus Ott, Direktor der Zentralbibliothek und geistiger Vater der Nutzungsbeschränkung, kann die Aufregung nicht verstehen. "Es gibt immer noch Bereiche, die den Nicht-Jurastudenten zur Verfügung stehen. Juristen sind auf ihre Fachliteratur angewiesen. Wenn die Examensprüfungen im Sommer anstehen, behalten wir uns vor, die gesamte Bibliothek zu schließen."
Der AStA der Uni Hamburg, der alle Studenten vertritt, sieht das anders. "Studierende der Universität müssen alle die Möglichkeit haben, uneingeschränkten Zugang zu benötigten Materialien zu erhalten. Die Aussperrungspraxis des Fachbereichs Jura halten wir für rechtlich hochgradig bedenklich", sagt AStA-Sprecher Florian Kasiske. Er sieht in der Beschränkung außerdem einen Beleg für den generellen Platzmangel an den Bibliotheken und fordert mehr staatliche Mittel für den Ausbau der anderen Bibliotheken.
Trotz des stets beklagten Geldmangels war in der Bibliothek im vergangenen Jahr sogar ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz und kontrollierte Studenten. "Wenn wir Hilfe brauchen, werden wir diese Maßnahme in Anspruch nehmen! Dies betrifft Studenten, die sich über die Hausordnung hinwegsetzen", sagt Ott.
Bei den Jura-Studenten kommt die neue Hausordnung gut an. "Ich beurteile die Sperrung für Nicht-Juristen positiv, denn immer mehr Leute sorgen hier für Lärm. Allerdings finde ich eine fast komplette Sperrung übertrieben", meint Alina Fischer (20), Jura-Studentin aus Eppendorf.
Für Abhilfe könnte die Staats- und Uni-Bibliothek sorgen. Sie plant eine Ausweitung ihrer Öffnungszeiten am Wochenende.



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg







Das Rätsel des Tages



