Hamburger Abendblatt:

Mehr zum Thema

Was schreckt Abiturienten von einem Informatikstudium an der Universität ab?

Rolf:

Die meisten schätzen es als zu anspruchsvoll ein. Sie fürchten sich vielleicht vor zu viel Theorie und Mathematik.



Abendblatt:

Ist dieses Bild denn falsch?

Prof. Arno Rolf:

Wir hier an der Universität Hamburg lehren die Informatik anwendungsorientiert, ohne die theoretischen Grundlagen zu vernachlässigen. Die Informatik ist vielfältig, sie kann auch einen Beitrag leisten bei Globalisierungs- und Umweltfragen. Auch Kreativität und soziale Kompetenzen sind im Studium gefragt.



Abendblatt:

Mit Informatik gegen den Klimawandel?

Rolf:

Wir haben zum Beispiel eine Ökobilanz-Software entwickelt. Damit kann man unter anderem den Ressourcenverbrauch bei der Herstellung eines Produktes und die Kohlendioxid- (CO2-)Emissionen erfassen.



Abendblatt:

Ziehen Sie ein Informatikstudium an der Uni dem der FH vor?

Rolf:

Beides hat Vorteile. Fachhochschul-Absolventen sind praxisnah ausgebildet. Unsere Absolventen sind sehr gut in der Lage, auf dynamische Veränderungen zu reagieren und neue Entwicklungen voranzubringen. Das ist in einer Zeit wichtig, in der sich das Rad der Innovationen so schnell dreht wie heute.



Abendblatt:

Immer mehr junge Leute entscheiden sich für Wirtschaftsinformatik.

Rolf:

Das Leitbild der Wirtschaftsinformatik ist konkreter. Sie zieht auch Abiturienten an, die mit einem Betriebswirtschaftsstudium liebäugeln.



Abendblatt:

Ihrem Fach fehlen die Frauen. Warum?

Rolf:

Abiturientinnen haben vielleicht ein Bild vom einsamen Hacker im Kopf. Dieses Vorurteil gilt es abzubauen. Informatikerinnen bietet der Beruf spannende Aufgaben in interdisziplinären Teams.



Interview: Christina Merkel