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Neues vom Campus

Semesterbeginn jeweils einen Monat früher?

Neues vom Campus

Wird an den deutschen Hochschulen der Semesterbeginn bald um einen Monat vorgezogen? Dafür sprachen sich kürzlich die Hochschulrektoren in ihrer Konferenz (HRK) aus. Ihr Vorschlag: Das Sommersemester soll immer im März statt im April beginnen, das Wintersemester im September statt im Oktober. Der Vorlesungsbetrieb soll dann stets am ersten Montag des neuen Semesters starten.

Ziel der Umstellung ist es, die Mobilität der Studenten in Europa zu erhöhen. Die Harmonisierung europäischer Hochschulen ("Bologna-Prozess") könnte damit nach Einführung der Abschlüsse Bachelor und Master in die nächste Runde gehen.

Was sagen die Verantwortlichen Hamburger Hochschulen dazu? "Die Universität Hamburg befürwortet eine Umstellung der Semesterzeiten, sie war maßgeblich daran beteiligt, dass diese Frage auf der HRK thematisiert wurde", sagt Viola Griehl, Sprecherin der Uni Hamburg. "Deutschland ist inzwischen das einzige Land in Europa, das die späten Semestertermine hat."

Der Vorschlag wird vor allem von der Konferenz der Fachbereiche Physik (KFP) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) unterstützt. Das Fach Physik ist geprägt durch eine Vielzahl internationaler Kooperationen in Forschung und Lehre. KFP und DPG geben jedoch zu bedenken, dass die Umstellung keine Verkürzung der Forschungszeiten bedeuten dürfe. "An der Länge der Vorlesungs- und vorlesungsfreien Zeiten würde sich nichts ändern, die Phasen wären nur verschoben", weiß Griehl die Forscher zu beruhigen. Professor Dr. Michael Stawicki, Präsident der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), wertet die Umstellung der Semesterzeiten als positiv für die europäische Forschung. "Das erleichtert wissenschaftliche Kontakte in andere Länder, und zwar für Forscher sowie Studierende."

Fraglich bleibt, wie sich der organisatorische Aufwand einer Umstellung der Studien- und Semesterzeiten auf die angehenden Studierenden auswirken würde. Schließlich müsste nach wie vor ein sinnvoller Übergang von Abitur und Studium gewährleistet werden. Wenn das Wintersemester im September beginne, sei für die Zulassung nur wenig Zeit, da in Bayern die Abiturzeugnisse wegen der späten Sommerferien spät ausgegeben würden, so Griehl.

Eine HRK-Arbeitsgruppe sucht dafür nach einer Lösung. Vorstellbar wäre eine vorläufige Zulassung auf Basis des Halbjahreszeugnisses oder ein elektronischer Zeugnisversand durch die Schulbehörden, sobald die Noten feststehen. So könnte man zwei bis drei Wochen sparen. Mit einer Entscheidung wird nicht vor 2010 gerechnet.

 

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