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Neues vom Campus

Angeblich falsche Doktortitel: Professoren streiten im Internet

Der Streit um den angeblich falschen Doktortitel des Professors Hans-Helmut Decker-Voigt (57) von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg wird im Internet mit aller Schärfe fortgesetzt. Wie berichtet, soll der anerkannte Fachmann der Musiktherapie seinen Titel "Ph.D.", die US-Bezeichnung für den Doktorgrad, den er seit 1984 trägt, in Deutschland nicht führen dürfen. In mehreren Veröffentlichungen war ihm "Titelbetrug" sowie "Anstellungsbetrug" vorgeworfen worden. Hinter den Vorwürfen "stehen offenbar zwei mit Herrn Prof. Decker-Voigt konkurrierende Berufskollegen", heißt es auf der Internetseite des "Decker-Voigt-Archivs". Genannt werden der Tübinger Universitätsprofessor Dr. Walther Zifreund und Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann von der Uni Münster. Zifreund soll Anzeige wegen "unberechtigter Führung eines Doktortitels" und "Anstellungsbetrugs" gestellt haben. Hörmann wehrt sich ebenfalls über das Internet gegen den Vorwurf, Urheber der Anschuldigungen zu sein. Er und Zifreund hätten nichts mit den Veröffentlichungen zu tun. Hörmann schreibt auf seiner Internetseite: "Festzustehen scheint jedoch, dass Prof. Decker-Voigt weder den Titel ,Ph.D.' noch den Titel ,Dr. phil.' führen darf", weil die Columbia Pacific University "die akademischen Grade illegalerweise verliehen hat und daher nicht mehr besteht, was allen Begünstigten bekannt sein dürfte". Dazu schreibt die Gegenseite: "Den rechtmäßig erworbenen Titel ,Ph.D.'" habe Decker-Voigt überall, "nur nicht in Deutschland" führen dürfen. Er sei aber "juristischer Laie" und "irrtümlich davon ausgegangen, dass dieser Titel nur in der deutschen Form (Dr. Phil.) nicht führbar sei, wohl aber in der amerikanischen Form (Ph.D.)". Außerdem sei ihm "eine Information zugegangen, wonach dieser Titel in den EU-Ländern geführt werden dürfe". Zudem habe er "alle hochschulischen Vorgänge in der BRD und in seinen in mehreren Sprachen übersetzten Büchern ohne Widerspruch mit ,Ph.D.' gezeichnet". Hochschul-Präsident Prof. Rauhe nennt die Vorwürfe eine "Rufmordkampagne". Den noch frischen Doktortitel, den Decker-Voigt vor drei Wochen an der Musik-Hochschule erworben hat, nimmt die Wissenschaftsbehörde jetzt zum Anlass, "Einblick in die Promotions-Akte zu nehmen", so Behördensprecherin Sabine Neumann, "damit unsere Fachleute das überprüfen können".cri

 

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