Pakt zwischen Uni-Chef und AStA
Studiengebühren: Nur für die Lehre
Das Präsidium der Universität Hamburg und der Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) haben eine Arbeitsgruppe gegründet, die dafür sorgen soll, dass die geplanten Studiengebühren vollständig den Studierenden zugute kommen werden. Zum Sommersemester 2007 muss jeder Student der Universität 500 Euro pro Semester Gebühren bezahlen.
"Unser Pakt stellt sicher, dass der Von-Beust-Senat nach Einführung der Studiengebühren nicht vergisst, dass diese ausschließlich zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen verwendet werden sollen", so der AStA-Vorsitzende Christian Höft. Genau dies ist allerdings im Studienfinanzierungsgesetz auch ausdrücklich so vorgesehen. Dennoch bleiben Zweifel. Höft: "Wir werden sehr genau darauf achten, dass der Uni-Etat nicht durch die Hintertür gekürzt wird." Uni-Präsident Jürgen Lüthje und Höft kündigten an, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu gehen für den Fall, dass "die Stadt die Studiengebühren zur Kaschierung von Mittelkürzungen verwenden will". In diesem Fall helfe nur politischer Druck - "bis hin zu Demonstrationen", so Lüthje.
Um die zusätzlichen Gelder möglichst effektiv einzusetzen, gibt es zunächst eine umfassende Bestandsaufnahme des Studienalltags. Dabei kommen die Studierenden direkt zu Wort: Unter www.campus-hamburg.de können sie im "Forum Studienbedingungen" Missstände melden, zum Beispiel "Ärger mit der Uni-Verwaltung", "Fehlverhalten von Professoren oder Dozenten", Informationsdefizite oder Mängel der Infrastruktur benennen. "Das Online-Forum ist ein qualitativer Sprung in der Universitäts-Kommunikation. Mir ist keine andere Universität bekannt, die so ein Instrument hat", betonte Lüthje.
Die aus fünf bis sieben noch auszuwählenden Personen bestehende Arbeitsgruppe wird zum Semesterstart ihre Arbeit aufnehmen. Neben dem Aufdecken von Mängeln soll sie vor allem für Transparenz sorgen und so bei den Studierenden Vertrauen schaffen, dass ihre Semestergebühren zum eigenen Nutzen ausgegeben werden.
"Wir werden ausführlich über die Entwicklung der öffentlichen Haushaltsmittel und deren Verwendung sowie über den Einsatz der jährlich etwa 20 bis 25 Millionen Euro aus den Studiengebühren informieren", versprach Lüthje.
Er selbst wird allerdings zum 1. Oktober die Universität verlassen und in Ruhestand gehen. Im November folgt ihm die Stuttgarter Raumfahrtforscherin Prof. Monika Auweter-Kurtz.



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