Beschwerde gegen Senator Dräger
Es knirscht mal wieder zwischen Uni-Professoren der Geisteswissenschaften und Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos). Heute morgen will eine Abordnung von 30 Lehrenden eine Resolution in der Behörde abgeben. In der Erklärung wird Dräger aufgefordert, die Neubesetzung von Professorenstellen nicht weiter zu blockieren. Die Stellen, die "frühestens" zum Oktober 2006 besetzt werden könnten, würden "zum Aufrechterhalten von Lehre und Prüfungen in den Studienfächern dringlich benötigt", heißt es in dem Protestbrief. Der Senator dagegen drängt auf den "Struktur- und Entwicklungsplan 2012", "auf den wir seit zwei Jahren warten", so Behördensprecherin Sabine Neumann. Aus ihm sollen die zukünftigen Schwerpunkte der Uni ersichtlich sein. Weil der Plan noch nicht vorliegt, muß die Behörde jede Ausschreibung genehmigen, die sonst die Uni selber vornehmen könnte. Jörg Dräger hatte zuletzt sein Veto gegen die Ausschreibung von 23 vakanten Positionen eingelegt. Nach Ansicht der Professoren habe der Senator diese Stellen "in Geiselhaft genommen, da die Kapazitätsberechnungen der Universität noch nicht den Vorstellungen der Wissenschaftsbehörde entsprechen". Dann hatte Dräger allerdings doch zehn Stellen freigegeben. Die Lehrenden der Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft nannten das Vorgehen "unwürdig, unsachgemäß und destruktiv".



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