Den Wert der Natur errechnen
Auf den wirtschaftlichen Wert der Natur und des Erhalts der Artenvielfalt hat der Finanzökonom Pavan Sukhdev auf der Uno-Biodiversitätskonferenz in Bonn hingewiesen. Die fehlende Berücksichtigung dieses Werts sei eine der Hauptursachen für den rasanten Verlust an Artenvielfalt, sagte Sukhdev gestern vor den Vertretern von 191 Staaten. Der Deutsche-Bank-Manager wies in seinem Bericht auf Berechnungen hin, wonach allein durch Schutzgebiete weltweit ein wirtschaftlicher Ertrag von bis zu 5,2 Billionen Dollar (rund drei Billionen Euro) jährlich entstehen kann. Er räumte allerdings ein, dass es nach wie vor schwierig sei, eine genaue Kosten-Nutzen-Analyse aufzustellen.
Sukhdev, der bei der Deutschen Bank für den Bereich globale Märkte zuständig ist, wurde im vergangenen Jahr auf Initiative der Bundesregierung von den G8-Staaten und wichtigen Schwellenländern mit seiner Analyse beauftragt. In Bonn stellte er einen ersten Zwischenbericht vor. In seiner Rede wies er darauf hin, dass allein durch die Überfischung der Meere ein Schaden von 80 bis 100 Milliarden Dollar drohe.
Es sei schwierig, Mittel für den Erhalt natürlicher Ressourcen zu mobilisieren, solange mehr Geld an der Zerstörung von Natur verdient werde als an ihrem Schutz, so Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Erschwerend komme hinzu, "dass häufig der Nutzen der Zerstörung heute eintritt und die Kosten erst morgen". Daher müssten nach dem Vorbild des Emissionshandels marktwirtschaftliche Instrumente entwickelt werden, durch die "der Schutz der Natur mindestens so viel Ertrag einbringt wie die Nutzung der Natur".



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