Warum soll das Planetarium umziehen?
ABENDBLATT: Warum will das Planetarium nach 75 Jahren aus dem Stadtpark wegziehen?
THOMAS KRAUPE: Das Planetarium ist viel zu eng geworden. Wir haben keinen Raum mehr, in dem wir z. B. Pädagogen oder Wissenschaftler unterbringen können. Wir sind mit 380 000 Besuchern im Jahr absolut an unseren Grenzen. Zeitweise ist die Enge auch für die Besucher unerträglich.
ABENDBLATT: Was ist aus den ursprünglichen weiteren Ausbauplänen geworden?
KRAUPE: Der Ausbau wäre viel teurer geworden, als ursprünglich mal gedacht. Über der Sternenkuppel war ein Ausstellungsraum geplant, doch um den nutzen zu können, müßten weitere Aufzüge, Fluchtwege und Toiletten in den Turm gebaut werden.
ABENDBLATT: Was kostet das?
KRAUPE: Mindestens 15 Millionen Euro. Aber das wäre noch nicht alles: Denn dabei würden Büroräume im Turm wegfallen, und wir müßten neue Büros im Erdsockel des Wasserturms bauen. Die Kosten würden wohl 25 Millionen Euro erreichen.
ABENDBLATT: Waren dort nicht ursprünglich auch Ausstellung und Gastronomie geplant?
KRAUPE: Ja. Und genau das fehlt uns jetzt: Raum für vertiefende Auseinandersetzung mit den Themen. Es fehlen auch Lager und Werkstätten.
ABENDBLATT: Warum werden die Wissens-Attraktionen zusammengelegt, statt jede für sich strahlen zu lassen?
KRAUPE: Es wäre finanziell für die Behörde nicht möglich, neben dem Planetarium ein neues Museum zu schaffen. Es werden wichtige Synergien geschaffen.
ABENDBLATT: Und die wären?
KRAUPE: Der Eingangsbereich mit Kassen und die Technik werden nur einmal geschaffen.
ABENDBLATT: Zieht das Planetarium weg von seinen Besuchern?
KRAUPE: Absolut nicht! Das Planetarium wird viel besser erreichbar sein. Die neue U-Bahn-Station soll im Gebäude sein, so daß man trockenen Fußes ins Planetarium kommt.



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