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Forschung

Die Erdachse kippt - um 0,4 Grad

Die Neigung der Erdachse ändert sich innerhalb der nächsten zehn Millionen Jahre voraussichtlich um 0,4 Grad. Das sagen französische Astronomen auf der Basis von Computersimulationen der Erdbewegung in den kommenden 500 Millionen Jahren voraus.

Die Rotationsachse der Erde steht nicht senkrecht auf der Erdbahn, sondern ist um etwa 23,5 Grad geneigt. Diese Neigung verursacht die Jahreszeiten: Steht der Nordpol Richtung Sonne, so ist auf der Nordhalbkugel Sommer, auf der Südhalbkugel Winter, weist der Südpol zur Sonne, ist es umgekehrt. Durch den Einfluß der Anziehungskräfte der Planeten und des Mondes sind die Bahn der Erde und die Neigung der Erdachse ständigen Schwankungen unterworfen. Dadurch ändert sich auch die Einstrahlung der Sonne auf die Erde und somit das irdische Klima.

Die Simulationen der Forscher vom Institut de Mecanique Celeste et de Calcul des Ephemerides in Paris zeigen unter anderem, daß sich der Mond durch die "Gezeitenreibung" um jährlich 3,82 Zentimeter von der Erde entfernt. Dadurch verändert sich auch die Neigung der Erdachse: Sie nimmt im Mittel um zwei Grad in einer Milliarde Jahren zu.

Doch zur Überraschung der Forscher zeigte sich in der Simulation, daß in unmittelbarer Zukunft eine rasantere Änderung der Achsenneigung bevorsteht. Die Präzessionsrate der Erde - die Geschwindigkeit, mit der die Erdachse einem Brummkreisel gleich torkelt - überquert einen kritischen Wert. Es kommt zu einer Resonanz. Dadurch kippt die Erdachse innerhalb von rund zehn Millionen Jahren um 0,4 Grad.wsa

 

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