Dienstag, 14. Februar 2012, 12:14

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Forschung

Rückzucht: Mit der DNA ausgestorbener Arten aus dem Museum

Lebt Darwins Schildkröte bald wieder?

Ein Zuchtprogramm könnte eine der vier ausgestorbenen Riesenschildkröten-Arten der Galapagosinseln wieder zum Leben erwecken. Einige Verwandte auf...

Ein Zuchtprogramm könnte eine der vier ausgestorbenen Riesenschildkröten-Arten der Galapagosinseln wieder zum Leben erwecken. Einige Verwandte auf dem Archipel ähneln der etwa 1850 von der Insel Floreana verschwundenen Art Geochelone elephantopus so sehr, dass die Rückzucht möglich scheint. Das berichtet eine Gruppe um Nikos Poulakakis von der Yale University in New Haven (US-Staat Connecticut) in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften ("PNAS"). Die Zucht der von Charles Darwin beschriebenen Art könnte allerdings Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dauern.

Poulakakis hatte zunächst Schildköten-DNA aus Museumsexemplaren analysiert. Die alten Elephantopus-Exponate sind vielfältig. Mal war es ein Panzer mit anhängenden Knochen (beschrieben 1872), mal ein Armknochen von einem Exemplar, das ein gewisser Captain Downes 1834 sammelte. Andere Proben stammten von einem erhaltenen Schwanz oder aus einem Alkohol-Präparat. Diese Daten bilden eine Art genetischen Standard der ausgerotteten Art.

Diese Informationen verglich das Team mit der DNA von etlichen Schildkröten der benachbarten großen Insel Isabela. Dabei zeigte sich, dass dort viele "fremde" Panzerreptilien lebten, deren genetischer Ursprung auf Floreana liegt. Durch die passende Kombination geeigneter Eltern ließe sich die verschwundene Art womöglich wiederherstellen, erklärt Poulakakis. Zunächst will die Gruppe die genetischen Eigenschaften der Schildkröten auf Isabela ermitteln und in eine Datenbank eintragen. Mit viel Glück werden sich dabei direkte Nachkommen der ausgestorbenen Art finden - oder schon deren Kinder. Unmöglich erscheint das nicht, schließlich können die Tiere sehr alt werden. "Wenn dies gelingt, können wir zur originalen Art Geochelone elephantopus zurückkehren", erklärte der Forscher. Bleibt eine solche Wiederentdeckung aus, wird es deutlich komplizierter - und sicher langwieriger. "Dann haben wir nur Hybride. Mit deren Zucht können wir dann so nah wie möglich an das Original-Genom herankommen."

Dafür würden die Nachkommen mit dem Standard aus den Museen verglichen und durch die Zucht nach und nach angeglichen. "In diesem Fall wird das Resultat eine Schildkröte sein, die Geochelone elephantopus weitgehend ähnelt", erklärte der Yale-Wissenschaftler.dpa

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus