Essenszeiten durch Gene gesteuert
Wer regelmäßige Mahlzeiten gewohnt ist, wird zu diesen Zeiten auch hungrig. Eine Gruppe von französischen und Schweizer Forschern hat nun ein Gen gefunden, das für diese Erwartung der Essenszeiten verantwortlich ist. Ihre Entdeckung stellen die Wissenschaftler im Fachjournal "Current Biology" (Bd. 16, S. 2016) vor.
Fehlt genmanipulierten Mäusen das Gen mit dem Namen "Period 2", fehlen den Tieren typische Verhaltensweisen im Vorfeld einer regelmäßigen Mahlzeit. Bei normalen Mäusen mit "Period 2" erhöhen sich vor einer Mahlzeit körperliche Aktivität und Körpertemperatur, bei Mäusen, denen "Period 2", fehlt, nicht. Offensichtlich können diese Mäuse die Essenszeit nicht vorhersehen.
"Period 2" ist gemeinsam mit den Genen "Period 1" und "Period 3" ausschlaggebend für den lichtgesteuerten Tagesrhythmus von Maus und Mensch. Die Forscher hoffen nun, mithilfe der vorliegenden Studie die Gebiete im Hirn zu finden, die bei der Erwartung von Mahlzeiten aktiv sind. Dadurch ließe sich das Zusammenspiel dieser Gebiete mit anderen Hirnregionen untersuchen, die etwa für das Lernen, das Gedächtnis oder für Genuss verantwortlich sind. Zudem könnte die Entdeckung auch einmal für mögliche Therapien, beispielsweise gegen Essstörungen, wichtig werden.










