Die Fusionsforschung in Deutschland
Fusionsforschung gibt es auch in Deutschland - schwerpunktmäßig beim Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und seiner Außenstelle in Greifswald. Auch die Europäische ITER-Gruppe sitzt im IPP in Garching. Doch zwischen den Forschungsansätzen von ITER und dem IPP gibt es Unterschiede: ITER ist ein "Tokamak" - eine reifenförmige Reaktionskammer, in der wuchtige Magnetspulen das Millionen Grad heiße Wasserstoffgas einschließen. Der Nachteil: Damit sich der Magnetkäfig schließt, müssen die Tokamak-Spulen im Gas einen Strom hervorrufen. Dazu aber muß das Magnetfeld ständig hoch- und runterfahren. Die Folge: Tokamak kann nur im Pulsbetrieb arbeiten. Dieses Manko soll ein anderes Fusionskonzept ausgleichen, "Stellarator" genannt. Sein Magnetkäfig funktioniert ohne "Gasstrom", deshalb eignet er sich für den Dauerbetrieb. Dieses Plus erkaufen sich die Experten mit einer chaotisch anmutenden Form der Magneten. Die Spulen haben eine "gewendelte" Form. In Greifswald baut das IPP mit "Wendelstein 7-X" den weltweit größten Stellarator. Von 2011 an soll er zeigen, daß sein Prinzip für einen Fusionsreaktor taugt. Das Kalkül: Wenn 2025 die Ergebnisse von Wendelstein und ITER auf dem Tisch liegen, könnte sich herausstellen, daß der Stellarator besser für ein Kraftwerk geeignet ist als der Tokamak. Dann könnte der Demonstrationsreaktor DEMO auch nach dem Wendelstein-Prinzip gebaut werden.










