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Forschung

März 2009

Heute stehen noch zwei wichtige Termine auf dem Programm. Zunächst geht es zum Büro des Springer Verlags (nicht zu verwechseln mit dem Axel Springer Verlag) in die Nähe des kaiserlichen Palasts. Im Springer Verlag Tokio erscheint das mikrobiologische Fachjournal "Extremophiles", dessen Chefredakteur ich seit Januar 2008 bin.

Tokio:<(b> Heute stehen noch zwei wichtige Termine auf dem Programm. Zunächst geht es zum Büro des Springer Verlags (nicht zu verwechseln mit dem Axel Springer Verlag) in die Nähe des kaiserlichen Palasts. Im Springer Verlag Tokio erscheint das mikrobiologische Fachjournal "Extremophiles", dessen Chefredakteur ich seit Januar 2008 bin. In diesem Journal veröffentlichen Kollegen aus aller Welt ihre Fachartikel mit dem Schwerpunkt auf so genannte extremophile Mikroorganismen. Das sind Bakterien, die in den extremsten Lebensräumen der Erde, wie z.B. in heißen Quellen, Salzseen, in der Tiefsee oder in den Polarregionen leben. Diese Extremophilen (von Lat. das Extreme liebend) sind optimal an die ungewöhnlichen Lebensräume angepasst und produzieren robuste Biokatalysatoren für die verschiedensten biotechnologischen Anwendungen.

Zu unserem Treffen ist extra auch Herr Czeschlik aus der Springer-Zentrale in Heidelberg angereist. Die zuständige Abteilungsleiterin, Frau Hiraguchi, berichtet über die aktuellen Entwicklungen des Journals. Die Anzahl der veröffentlichten Artikel ist auch im letzten Jahr erfreulicherweise stark angestiegen. In Fachkreisen genießt "Extremophiles" ein hohes Ansehen und wir diskutieren zusammen Maßnahmen, um die Attraktivität des Journals noch weiter zu steigern. Im Springer Verlag Tokio, in dem rund 60 Mitarbeiter beschäftigt sind, erscheinen vierzig Fachzeitschriften in englischer Sprache und jedes Jahr werden etwa 80 Bücher veröffentlicht. Im letzten Jahr feierte der japanische Springer-Ableger sein 25 jähriges Jubiläum. Nach der Redaktionskonferenz treffen wir uns mit meinem Kollegen Professor Horikoshi, um mit den Springer-Vertretern die Details unseres "Handbook on Extremophiles" zu besprechen. Geplant ist ein 1000-seitiges Lehrbuch, das alle Aspekte des mikrobiellen Lebens unter ungewöhnlichen Bedingungen darstellt. Das Buch soll im September 2010 rechtzeitig zur nächsten Fachtagung der Extremophilen-Forscher auf den Azoren erscheinen.

Von Frau Hiraguchi werden wir zu einem 9-gängigen Menü mit japanischen Köstlichkeiten eingeladen. Bei einem Schluck Sake genießen wir rohen Fisch, Seeigel und allerlei Spezialitäten, die allein schon von der Optik her sehr beeindrucken. Anschließend begleitet mich Professor Horikoshi zu meinem Hotel und überreicht mir ein besonderes Abschiedsgeschenk: Speziell eingelegte Pflaumen, die durch Schwarzenesselblätter (Perilla frutescens) und einen darin enthaltenen natürlichen Konservierungsstoff, sehr lange haltbar sind. Mein Kollege bewahrt noch heute Pflaumen auf, die in seinem Geburtsjahr 1932 eingelegt wurden und zu besonderen Anlässen verzehrt werden. Ich bin von der Geste sehr gerührt und wir verabreden uns für ein baldiges Treffen in Hamburg.

 

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