Die Zeiten des statischen Internets nur zum Zugucken sind längst vorbei. "Web 2.0 - das Mitmach-Web" heißt die neue Ära.
Die Zeiten des statischen Internets nur zum Zugucken sind längst vorbei. "Web 2.0 - das Mitmach-Web" heißt die neue Ära. Und mittendrin stecken Hamburger Produkte wie die Geschäftsplattform "XING", das Patientenportal "DocInsider" und der Szeneratgeber "qype". Mit "twidox.com" startet am 7. März eine weitere Online-Plattform aus der Hansestadt.
Auf www.twidox.com können Privatpersonen, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen Dokumente, Videos oder Podcasts hochladen und kategorisieren. Die Plattform-Gründer Nicholas und Daniel MacGowan von Holstein und Jan Deppe wollen damit eine große Online-Bibliothek von Recherchedokumenten schaffen. User können dort Dateien kostenlos herunterladen und in eigene Arbeiten einbinden. Twidox soll durch sorgfältiges Kategorisieren den schnellen Zugriff auf bestimmte Dateien erleichtern. Im Gegensatz zu Google Scholar und Google Books erleichtert twidox das Veröffentlichen eigener Ausarbeitungen und beschränkt sich nicht nur auf Dateien, die bereits publiziert wurden.
Die Idee für twidox hatten Nicholas MacGowan von Holstein und sein Zwillingsbruder Daniel vor drei Jahren. "Nach eigenen Erfahrungen an der Uni haben wir gedacht, dass Recherche auch einfacher gehen muss. Bereits Recherchiertes konnte damals schlecht mit anderen geteilt werden. Das wollen wir mit twidox möglich machen", so der gebürtige Engländer. Universitäten können durch die Nutzung von twidox Geld sparen, da sie keine eigene Technik zur Archivierung ihrer Dokumente entwickeln müssen. Auch Druckkosten können eingespart werden, da alle studienrelevanten Daten online verfügbar sind. Die Studenten können jederzeit auf hochgeladene Studieninhalte zugreifen.
Neben Universitäten können private Organisationen den Service von twidox nutzen. "Sie verfügen über viele Recherchedaten. Wir wollen ihnen ermöglichen, ihre Dokumente schnell und strukturiert zu veröffentlichen", erklärt der 27-jährige MacGowan von Holstein. Eine Kooperation mit den Vereinten Nationen ist bereits geschlossen. Die UN-Initiative gegen Menschenhandel (UN Global Initiative to Fight Human Trafficking, kurz UN.GIFT) ist die erste Sektion der Vereinten Nationen, die ihre Daten auf twidox.com veröffentlichen wird. UN.GIFT will twidox vor allem nutzen, um ihre Botschaft zu verbreiten und auf das Projekt aufmerksam zu machen.
Nicholas MacGowan von Holstein sieht die Zukunft von twidox optimistisch: "Viele Internetseiten haben keinen richtigen Zweck. Das ist anders bei uns. Deshalb könnte twidox ein ziemlich großes Projekt werden." Der studierte Jurist und seine beiden Partner haben weitere Mitstreiter gefunden: Bill Liao, Mitbegründer von XING, und Birgit Hass, Geschäftsführerin der Hamburger PR-Agentur chocolate blue, helfen bei der Suche nach Investoren und werben für die Plattform.
Twidox ist in England registriert, obwohl Hamburg der Hauptsitz ist - einerseits aus persönlichen Gründen, andererseits weil die Stadt "sich als media city etabliert hat", so MacGowan von Holstein. "Hier ist viel los, was Web 2.0 Communities angeht."









