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Computer

Empire: Total War

Im Jahr 1700 tobt in Europa ein erbitterter Kampf um die Vorherrschaft auf diesem Kontinent und um die Kolonien Afrikas, Asiens und Amerikas. Grund genug, den neuesten Teil der Strategiespielserie Total War dort anzusiedeln. Bilder vom Spiel.


Foto: Sega

Die Total War Strategiespielserie aus dem Hause "The Creative Assembly" bürgt seit 2000 für Qualität. Auch der neueste Teil macht da keine Ausnahme größten Teils jedenfalls. Den Softwareschmieden ist bei Empire: Total War ein ärgerlicher Faux Pas unterlaufen. Das Spiel wurde durch einen automatischen Patch (Programm zur Behebung von Softwarefehlern) verschlimmbessert. Zumindest die deutsche Sprachversion quittiert nun in unregelmäßigen Abständen den Dienst und fährt sich selbst vor die virtuelle Wand. Am besten man schaltet nach der Online-Registrierung das automatische Update einfach aus und genießt den Spielspass ohne den nachgelieferten Fehler.

Wir schreiben das Jahr 1700. Zu dieser Zeit übernimmt der Spieler die Regierung einer Nation. Neben Preußen, Frankreich oder England warten auch einige arabische oder afrikanische Reiche auf kompetente Staats- und Schlachtenlenker.

Zunächst sollte sich der Herrscher einer Nation wappnen, um gierige Nachbarstaaten von Angriffen abzuhalten. Eine eigene Armee ist dafür wohl der sicherste, aber auch kostspieligste Weg. Deutlich günstiger könnten da gute Beziehungen zu mächtigen Verbündeten sein, mit denen man Bündnisse schmieden oder sich gar unter deren Schutz stellen kann. Ein gutes Verhältnis zu anderen Nationen belebt auch das Geschäft. Einander wohl gesonnene Regenten schließen gerne einträgliche Handelsverträge ab. Geld spielt bei Empire: Total War immer eine wichtige Rolle. Ohne Moos is’ eben auch in der virtuellen Welt nix los. Webereien und Häfen sorgen für Kapital, Bauernhöfe und Fischer fördern das Wachstum steuerpflichtiger Untertanen. Letztere sind aber, je nach Bildungsgrad, nicht immer gewillt, dem Regenten seine monetären Wünsche zu erfüllen. Aber für Bildung muss gesorgt werden, sonst können weder Handwerker noch Soldaten mit besserer Technologie zu Werke gehen, und das eigene Reich bleibt im Ringen um die Weltherrschaft bestenfalls ein dankbares Opfer. Insgesamt kann in drei Bereichen Philosophie, Technik und Waffen geforscht werden. Eine gelungene Neuerung zu älteren Total War-Spielen. Bessere Schulen oder gar Universitäten machen dem Bildungsbürger aber auch seine Rechte bewusst, und er wird gegen allzu gierige Despoten revoltieren. Ein brandschatzender Mob zieht dann durchs Reich und kann nur noch mit Waffengewalt von der Machtübernahme abgehalten werden. Ein umsichtiger Machthaber sollte also für Handelseinkommen sorgen, um das geknechtete Volk mit Steuergeschenken zu bauchpinseln.

In Europa machen sich die Menschen auf, die neue Welt zu besiedeln Amerika. Je schlechter die Stimmung in der "alten Welt", umso schneller wachsen die Kolonien in der neuen. Doch auch hier gibt es andere Nationen, die den Auswanderern nicht unbedingt freundlich begegnen. Unter ihnen natürlich auch die "echten Amerikaner". Horonen und Irokesen geben ihre Heimat nicht kampflos auf. Konnten die Ureinwohner vertrieben werden, bescheren Produkte aus Übersee, zum Beispiel Tabak, Zucker oder Baumwolle, zusätzlichen Reichtum. Dies ist zwar nicht unbedingt die feine Englische Art, aber so ist der Lauf der Geschichte nun einmal. Auf dem Weg über die Weltmeere lauern natürlich zahlreiche Gefahren. Andere Staaten und Piraten werden versuchen die reich beladenen Schiffe aufzubringen und sich deren Schätzen zu bemächtigen. Und hier kommt die wohl am sehnlichsten erwartete Neuerung der Total War-Reihe Seeschlachten. Brigantinen, Schaluppen, Fregatten und kanonenstarrende Linienschiffe kämpfen um die Herrschaft auf See. Hier ist ein wenig Geschick gefragt, denn die großen Pötte sind ein wenig träge, wenn der Wind ungünstig steht. Je nach Entfernung zum Gegner kann unterschiedliche Munition verwendet werden. Auf große Distanz verwandeln handelsübliche Kanonenkugeln des Feindes Schiffsrumpf in einen Schweizer Käse. Kommen sich die Kontrahenten näher, entfernen Kettenkugeln zwei mit einer Kette verbundene Eisenbälle- Masten und Segel unsanft aus der Schiffssilhouette. Kurz bevor es zum Enterkampf kommt, kann die gegnerische Mannschaftsstärke mit Kartätschen, einer Art Schrotladung, reduziert werden.

Nicht nur für Seeschlachten sind Schiffe zu gebrauchen. Mit ihnen lassen sich auch gut frequentierte Handelsrouten blockieren und das darauf umherschippernde Kapital kann dann zu den eigenen Gunsten "umverteilt" werden. Mit Hafenblockaden kann eine Nation sogar komplett vom Weltmarkt ausgeschlossen werden. Als letztes seien noch die Handelsschiffe erwähnt, die aus den Kolonien Afrikas und Asiens Bares in die Heimat bringen. Je höher das Einkommen aus dem Fernhandel, desto geringer kann man die Steuerlast für seine Untertanen halten, die darauf mit wachsender Zufriedenheit reagieren.

Auch auf dem Land braucht der Schlachtenlenker ein gutes Auge und ein vorsichtiges Händchen bei der Wahl der Kampfeinheiten. Wer sich nur auf mächtige Artillerie verläst, findet diese schnell beim Altmetallhändler. Nur wenn die Kanonen durch Fußvolk gesichert und Reiterei an den Flanken geschützt wird, können erstere überleben.

Sollten sich auf dem Schlachtfeld Gebäude befinden, so können diese als Deckung genutzt werden. Allerdings geben die Behausungen unter der Einwirkung schwerer, von mächtigen Kanonen großzügig verteilten Eisenkugeln, flugs nach. Räumen die Hausbesetzer das beschossene Gemäuer nicht rechtzeitig, folgen sie dem Beispiel des Bauwerkes und segnen das Zeitliche.

Ob zu Wasser oder zu Lande kann auch der Computer die Schlachtenlenkung übernehmen. Das Ergebnis wird dann lediglich errechnet und das eigentliche Gefecht findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Zu guter Letzt sei noch die detailreiche Grafik erwähnt, mit der sowohl Terrain als auch militärische Einheiten aufwarten. Optikenthusiasten werden auf ihre Kosten kommen bei entsprechender Computerleistungsfähigkeit, versteht sich. Freigegeben ist das Spiel von der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ab zwölf Jahren.

Fazit: Mit Empire: Total War ist Entwickler The Creative Assembley und Publisher Sega wieder ein großer Wurf gelungen. Lediglich die erzwungene Online-Freischaltung bei der Internet-Vertriebsplattform für Computerspiele "Steam" stößt bei den Usern auf Kritik. Preis: etwa 45 Euro.

 

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