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PLANETARIUM: STERNFÜHRUNGEN UNTER FREIEM HIMMEL

Der iPod erklärt uns den Sternenhimmel

Was bisher nur im Planetarium möglich war, gibt es dank Internet jetzt auch in der freien Natur: fachkundige Erläuterungen zu Sternen, Planeten und Monden.

Hamburg. Der Winter ist die ideale Zeit für Sternbeobachtungen. Es wird früh dunkel und die kalte, trockene Luft sorgt bei klarem Himmel für ein funkelndes Firmament. Klar, man muss sich warm anziehen und eine Stelle finden, wo möglichst wenige künstliche Lichtquellen mit den fernen Lichtern im All konkurrieren - in einer Großstadt wie Hamburg gar nicht so einfach. Aber wer diese Mühen auf sich nimmt, wird mit einem Anblick belohnt, wie ihn sonst nur das Planetarium bietet.

Anders als im Sternentheater im Stadtpark war der Wanderer unter dem natürlichen Sternenhimmel aber bisher auf sich allein gestellt. Kein kundiger Referent zeigte mit einem Laserpointer auf die verschiedenen Konstellationen dort oben, erklärte die Beziehungen der Sternbilder zueinander und blendete gegebenenfalls noch ein erhellendes Dia ein. Doch wer einen MP3-Player besitzt, muss jetzt auch im Freien nicht mehr auf solche Erläuterungen verzichten. Das Planetarium bietet zusammen mit dem Hamburger Abendblatt ab sofort einen monatlichen Podcast an, der hilft, sich am Nachthimmel zu orientieren.

Für Planetariumsdirektor Thomas W. Kraupe war die Aufnahme dieses Podcasts eine Herausforderung. "Im Unterschied zu Vorträgen im Planetarium steht mir kein Leuchtpfeil zur Verfügung, mit dem ich die Blicke der Zuschauer lenken kann", sagt er. "Es ist daher mehr Beschreibung erforderlich."

Bei der Erläuterung des Januar-Sternenhimmels beginnt Kraupe zunächst mit den Mondphasen. Denn je größer der Mond erscheint, desto stärker überstrahlt sein Licht das der übrigen Sterne. Die günstigste Zeit für abendliche Spaziergänge mit Himmelsbeobachtungen ist daher zwischen dem 8. und 23. Januar, wenn die schmale Mondsichel zu klein ist, um zu stören.

Das Flüstern der Sterne

Untermalt von leisen, sphärischen Klängen, lässt Kraupe dem Zuhörer Zeit, sich auf die Himmelspracht einzulassen. "Da draußen ist etwas, das größer ist als wir, das länger da ist als wir", sagt er mit sonorer Stimme. "Man meint, die Sterne flüstern zu hören." Wenn sich dann die gebotene Ehrfurcht eingestellt hat und die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, ist es Zeit, sich etwas genauer zu orientieren.

Vom Großen Wagen geht der Blick zunächst zum Polarstern, der ziemlich genau die nördliche Himmelsrichtung anzeigt. Fast senkrecht über unseren Köpfen sind die Sternbilder Perseus und Kassiopeia zu erkennen. Und im Süden taucht wie ein großer Schmetterling der Orion, das wohl schönste Sternbild, auf.

Wer trotz der Erläuterungen die Orientierung verliert, kann sich mit der Sternkarte behelfen. Zwar zeigt sie den Zustand des Sternenhimmels zwei Stunden später als der Podcast. Aber der Polarstern weist ja bekanntlich immer nach Norden und kann auch zu später Stunde helfen, den Weg nach Hause zu finden.

\* Infos unter: www.planetarium-hamburg.de

 

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