PODCAST: THOMAS KRAUPE SPRICHT
Der Januarhimmel
"Der Sternenhimmel ist im Januar ganz besonders eindrucksvoll - die wohl schönsten Sternbilder sind zu sehen, und die langen Nächte bieten uns viel Zeit für den Blick in diese funkelnde Pracht.
Da sich derselbe Himmelsanblick Abend für Abend etwa vier Minuten früher zeigt, gelten unsere Erläuterungen exakt für Anfang Januar 21 Uhr, Mitte Januar 20 Uhr und Ende Januar 19 Uhr. Doch aufgepasst! Das Jahr beginnt mit hellem Mondlicht - am 3. Januar ist Vollmond - Mondlicht stört den Blick in die Sternenwelt und nur die hellsten Sterne sind zu erkennen. Wir warten daher noch einige Abende - ab der zweiten Januarwoche geht der Mond erst nach 21 Uhr auf, und wir haben den frühen Abend für einen ungestörten Blick in die Sterne. Die Neumondstellung ist am 19. Januar erreicht, und die Nächte rund um die Neumondstellung sind praktisch vollständig mondlos und dunkel. Ab dem 21. Januar taucht dann die zunehmende Mondsichel wieder abends auf und wird von Tag zu Tag heller und störender für unsere Beobachtung.
(...) Suchen Sie sich an einem dieser Abende einen ausreichend dunklen Standort - möglichst weit entfernt von störenden Lichtern und mit freier Rundumsicht bis zum Horizont. Ausreichend gegen die Kälte geschützt und mit dem iPod oder MP3-Player am Ohr - gehen wir nun auf Entdeckungsreise in den Himmel über Norddeutschland.
Wir sind unter freiem Himmel. (...) Werfen Sie einen Blick in das weite Rund des Firmamentes und prüfen Sie, wie viele Sterne Sie sehen können - ist der Himmel wirklich sternenklar? Stört Mondlicht oder irgendein irdisches Licht? Gewöhnen Sie Ihre Augen entspannt einige Minuten an die Dunkelheit.
Wie viele Sterne können Sie da oben zählen? Sind es nur ein paar Dutzend? Ein paar Hundert...? Unter besten Bedingungen sollten es einige tausend Sterne sein, die über Ihnen funkeln. Die Einflüsse unserer Zivilisation lassen jedoch mehr und mehr Sterne im Lichterschein der Städte verschwinden.
Immer weniger Plätze bleiben uns für den faszinierenden Blick in die Weiten des Alls - einen Blick, der uns tief ergriffen macht. Es sind dieselben Sterne, in die schon unsere Eltern und Großeltern träumerisch und nachdenklich geschaut haben - ja, alle Generationen seit der Urzeit des Menschen.
Dort draußen ist etwas, das größer ist als wir selbst, das länger da ist als wir... Man meint fast, die Sterne flüstern zu hören...Carpe diem, carpe diem.
(...) Der Große Wagen hat seine tiefste Stellung im Norden durchschritten. Er klettert bis Mitternacht schon weit im Nordosten empor. Gegen Mitternacht "hängt" die Wagendeichsel nach unten und zeigt zum Horizont - während Orion zur selben Zeit bereits in die Himmelsmitte nach Süden gestiegen ist. Begleitet wird der Himmelsjäger dabei vom Großen - und Kleinen Hund, deren helle Hauptsterne Sirius und Prokyon zu den funkelnden Glanzlichtern des Winterhimmels zählen.
(...) Überhaupt ist der Winterhimmel geprägt von hellen Sternen - wir blicken in unseren eigenen Spiralarm der Milchstraße und sehen deshalb in der Region um Orion viele außerordentlich leuchtkräftige Sterne in auffälliger Anordnung, die aus den hier gelegenen riesigen Wasserstoffmolekül-Wolken hervorgegangen sind.
Saturn geht im Osten auf, Jupiter erscheint erst in der Morgendämmerung."
- Hier gibt es den monatlichen Sternenhimmel - zum Anhören, Mitnehmen und Angucken. www.abendblatt.de/go/sterne



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