Stadtoase mit Geschichte
Mitten im Herzen Hamburgs erstreckt sich der Park "Planten un Blomen", zusammengesetzt aus den Arealen Alter Botanischer Garten, Kleine und Große Wallanlagen, Wallringpark und dem alten "Planten un Blomen". Die Stadtoase hat eine lange Geschichte, überlebte zwei Weltkriege und beherbergt mit den Schaugewächshäusern und den vorgelagerten Mittelmeerterrassen ein gestalterisches Glanzstück, das unter Denkmalschutz steht.
Doch der ganze Park ist geschichtsträchtig: Der langgestreckte "See", der am Stephansplatz beginnt, ist der Rest des ehemaligen Stadtgrabens und damit der letzte erlebbare Teil der Stadtbefestigung des 17. und 18. Jahrhunderts. Außerhalb des Stadtwalls entstand um 1820 der erste Botanische Garten, "gesponsert" von der Hamburger Kaufmannschaft. Zu jener Zeit hatten die Wallanlagen ihre strategische Bedeutung verloren und wurden zu Promenaden umgewandelt.
Die pflanzlichen Bewohner der Gartenanlagen hatten es nicht immer leicht: Über Jahrzehnte drohte die grüne Lunge der City an einer Staublunge einzugehen. Schon 1893 dachte Friedrich Ahlborn, Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins, deshalb laut darüber nach, den Botanischen Garten umzusiedeln: "Eine Verlegung ist geboten, da der Kohlestaub und die von demselben absorbierten schwefelhaltigen Verbrennungsgase schädigend auf den Pflanzenwuchs einwirken", sagte er in einem Vortrag. Trotz der schlechten Luft war der Grüngürtel anno 1897 erstmals Schauplatz der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Hamburg. Weitere drei sollten folgen; in den Jahren 1953, 1963 und 1973.
Die IGA 1963 hatte eine besonders nachhaltige Wirkung auf die Gartenanlage: Damals entstand am Nordhang des ehemaligen Wallgrabens das Gewächshaus-Ensemble aus Tropen-, Subtropen- und Kakteenhaus mit den vorgelagerten Mittelmeerterrassen.
Die Schaugewächshäuser sind eine architektonische Besonderheit. Das Bauwerk ist an einem Außenskelett aufgehängt, denn weder breite Streben noch Säulen sollten von innen die Illusion eines tropischen Regenwaldes stören, mitten in Norddeutschland. Eine Reihe der subtropischen Pflanzen wurde im Sommer in Kübeln auf den Terrassen aufgestellt. Sie verschwanden um 1970 mit dem Umzug des Botanischen Gartens der Universität nach Klein Flottbek. Was blieb, sind die Rampen, die zum Transport der Kübel angelegt wurden - und damit eine rollstuhlgerechte Gartenanlage. Knapp 40 Jahre nach der Einweihung begeistern Hallen und Terrassen noch immer ihre Besucher. Das zeigt das Gästebuch der Gewächshäuser mit Eintragungen wie: "Einer der schönsten Plätze Hamburgs! Und das bei freiem Eintritt!"



100. Geburtstag
Axel Springer
Branchenbuch Hamburg






Das Rätsel des Tages



