Die Erde auf der Bühne
Forscher im Dialog mit dem Bürger
Blitze zuckten am Himmel über Bremen, als auf der Open-Air-Bühne auf dem Domshof Feuer aufflackerte und einige dicke Regentropfen fielen, während auf der Bühne ein (künstlicher) Regenschauer niederging. Besser hätte das Zusammenspiel zwischen Wetter und Open-Air-Show "Planet Erde", mit der der "Wissenschaftssommer" am vergangenen Donnerstag eröffnet wurde, nicht klappen können. Die Künstler von "phase7 performing.arts" setzten mit Tanz, Musik, Laser-, Wasser-, Feuer- und Videoeffekten die vier lebensspendenden Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser farbenfroh in Szene. Dicht gedrängt verfolgten etwa 3000 Menschen knapp eine Stunde lang die Show, betrachteten auf einer 24 Meter breiten Videoleinwand beispielsweise Wüsten und Berge, Wasserwellen und Nebelschwaden. Nicht alle harrten aus, als gegen 22 Uhr dann noch die Multivisionsparty begann. Zuvor war der Wissenschaftssommer, den das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen (MARUM) und die Initiative "Wissenschaft im Dialog" veranstalten, von der Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) eröffnet worden. Sie wies darauf hin, dass das Jahr der Geowissenschaften gezeigt habe, dass die Arbeit der Forscher viele Menschen interessiere. Bislang haben sich mehr als 200 000 Menschen in Ausstellungen, Vorträgen und Talkshows über Geowissenschaften informiert. Allein 450 Schülerinnen und Schüler nahmen am bundesweiten Wettbewerb "Schiff sucht Namen" teil, mit dem der Name des neuen Forschungsschiffs gesucht wurde, das 2004 bei der Kröger-Werft (Schleswig-Holstein) vom Stapel laufen soll. Ein zehn Jahre alter Schüler aus Baden-Württemberg ist der stolze Namensfinder: Das Schiff wird nach der deutschen Forscherin und Entdeckungsreisenden Maria Sibylle Merian (1647-1717) benannt. Das gab die Bundesforschungsministerin in Bremen bekannt. Ausgezeichnet wurde dort auch der Münchner Nanoforscher Wolfgang Heckl mit dem Communicator-Preis 2002 für die beste Vermittlung von Wissenschaft in die Öffentlichkeit. Den mit 50 000 Euro dotierten Preis des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft überreichte die Bundesforschungsministerin am frühen Abend im Rathaus. Der Präsident des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft, Arend Oetker, lobte auf dieser Veranstaltung, dass die Forscher den Dialog mit den Bürgern suchten. Auf dem Wissenschaftssommer informieren Experten bis morgen über Klima, Eiszeit, Meeres- und Polarforschung sowie Erdgeschichte. Kurzentschlossene finden das Programm und Informationen zum Jahr der Geowissenschaften im Internet. (ang) Das Programm: www.wissenschaftssommer-2002.de Das Jahr der Geowissenschaften: www.planeterde.de



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