Mutttersöhnchen
Schwertwal-Mütter unterstützen noch im hohen Alter ihre Söhne
Orca-Weibchen werden ungewöhnlich alt. Mit bis zu 90 Jahren schwimmen und jagen sie in der Familie. Vor allem der männliche Nachwuchs profitiert .
Washington. Orca-Weibchen werden sehr alt und unterstützen damit vor allem ihre Söhne. Mit bis zu 90 Jahren schwimmen und jagen sie in ihrer Familiengruppe, obwohl sie schon in ihren 30er- und 40er-Jahren die Fähigkeit zur Fortpflanzung verlieren. Diese lange Altersperiode sei vermutlich einzigartig in der Tierwelt, vom Menschen einmal abgesehen, schreiben britische Forscher im Fachjournal "Science". Sie komme den Kindern der Orca-Weibchen zugute, vor allem den erwachsenen Söhnen. Das wiederum helfe bei der Verbreitung der eigenen Gene.
+++Erster Beweis, dass Schiffslärm Wale stresst+++
+++Sensation: Forscher entdecken weißen Schwertwal im Pazifik+++
+++Riesenwelse: Der deutsche Wal greift an+++
Die Biologen von der Universität Exeter analysierten die Lebensdaten von insgesamt 589 Orcas aus zwei Gruppen vor der nordamerikanischen Westküste. Über 34 Jahre waren diese gesammelt worden, und etwa die Hälfte der Tiere war in dieser Zeit gestorben. Die Forscher fanden, dass die Überlebensrate der Nachkommen deutlich sank, wenn ihre Mütter starben - und dies nicht nur, wenn die Kinder noch klein waren, sondern ebenfalls bei starken, erwachsenen Tieren. Dies betraf die Söhne stärker als die Töchter. Für einen männlichen Schwertwal älter als 30 Jahre erhöhte sich das Sterberisiko innerhalb des Jahres nach dem Tod der Mutter um das 14-Fache.
Männliche Orcas werden im Alter immer fitter, ihre Fortpflanzungsrate steigt. Ihre Nachkommen werden zudem ohne Kosten für die eigene Gruppe in der eines gruppenfremden Weibchens aufgezogen. Da weibliche Nachkommen ihre meist von fremden Männchen gezeugten Kinder in der Gruppe aufziehen, bedeute ihre Unterstützung zwar einen Vorteil, aber auch eine Nahrungskonkurrenz. Zur Sicherung und Weitergabe der eigenen Gene sei es daher aus evolutionärer Sicht von Vorteil, die eigenen Söhne zu fördern, so die Forscher. Wie dies jedoch geschieht, ist noch unklar. Denkbar wäre, dass die Mütter ihren Söhnen bei der Jagd oder der Verteidigung beistehen.











