12.09.12

"Curiosity"

Nasa-Roboter könnte Wasser auf dem Mars verunreinigen

Die Sonde funktioniert bisher wie am Schnürchen. Doch es gibt Bedenken: Ein Teil des Roboters könnte mit irdischen Keimen kontaminiert sein.

Foto: picture alliance / dpa/dpa
Roboter «Curiosity» könnte Wasser auf dem Mars verunreinigen
Der Marsroboter "Curiosity" könnte einem Medienbericht zufolge Wasser auf dem Roten Planeten verunreinigen

Los Angeles. Nach der Eurphorie der vergangenen Wochen, könnte Ernüchterung folgen: Der Marsroboter "Curiosity" könnte einem Medienbericht zufolge Wasser auf dem Roten Planeten verunreinigen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa habe vor dem Start des Forschungsroboters nicht alle Geräte sterilisiert, wie die Zeitung "Los Angeles Times" am Montag (Ortszeit) berichtete.

Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory nahe Los Angeles hatten eine Bohrerspitze am Arm der "Curiosity" befestigt, für den Fall, dass der Roboter diese nach der Landung nicht automatisch einsetzen könne. Nun wird befürchtet, dass die einst sterile Bohrerspitze Keimen ausgesetzt gewesen und damit kontaminiert sein könnte.

Zwar sei es sehr unwahrscheinlich, dass Keime die Reise zum Mars und die Landung dort überleben könnten, hieß es. Eine Verunreinigung sei dennoch möglich, falls der Forschungsroboter Wasser auf dem Planeten entdecke. In feuchten Umgebungen haben Keime gute Überlebenschancen. "Curiosity" könne aber auch mit Hilfe eines Lasers oder eines Spektrometers Wasser aus der Ferne analysieren.

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Ein Nasa-Mitarbeiter verteidigte das Vorgehen. Es sei eher unwahrscheinlich, Wasser oder Eis nahe der Oberfläche im Gale-Krater, in dem "Curiosity" gelandet war, zu finden, sagte David Lavery vom Nasa-Hauptquartier dem Blatt. "Wir haben das gegen das Risiko abgewägt, vor dem Start keine Bohrerspitze einzusetzen und damit überhaupt keine Löcher auf dem Mars bohren zu können."

Andere Nasa-Mitarbeiter sprachen dem Bericht zufolge ebenfalls von einem kalkulierten Risiko. Eine Expertin der Weltraumbehörde kritisierte aber, dass sie nicht rechtzeitig davon erfahren habe. "Sie hätten das nicht tun sollen, ohne mich zu informieren", so Catharine Conley, die für den Schutz von Planeten zuständig ist.

Die Regeln der Nasa schreiben vor, dass alle Instrumente, die mit der Oberfläche des Mars in Berührung kommen, vorher sterilisiert werden müssen. Damit soll eine Verunreinigung des Planeten mit Mikroben vermieden werden.

"Curiosity" war am 6. August gelandet. Er soll über einen Zeitraum von zwei Jahren den Roten Planeten untersuchen. Im Zentrum steht die Frage, ob Voraussetzungen für Leben auf dem Mars gegeben sind.

(dpa)

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
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