06.09.12

Mars-Rover

Curiosity vor Einsatz: Mars-Mission läuft nach Plan

Bislang liefen alle Vorbereitungen nach Plan. Nächste Woche beginnen die ersten Untersuchungen von Gesteinsproben auf dem Mars.

Foto: dpa/DPA
Der Marsrover bricht zu seinem erstem Forschungsziel auf
Der Marsrover bricht zu seinem erstem Forschungsziel auf

Washington. Der Marsroboter "Curiosity" soll nächste Woche mit ersten Untersuchungen von Gesteinsproben auf dem roten Planeten beginnen. Dies gab die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Donnerstag bekannt. Bislang liefen alle Vorbereitungen nach Plan. "Wir sind glücklich und überrascht, wie gut es bisher läuft", sagte der Chef der "Curiosity"-Mission, Mike Watskin. "Nun sind wir bereit, mit der großen Wissenschaft zu beginnen."

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Der Marsrover war am 6. August gelandet. Die bisherigen Tests mit dem Gerät seien beinahe abgeschlossen und weitgehend erfolgreich gewesen, hieß es bei einer Pressekonferenz des Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien).

Der Roboter habe bereits 109 Meter auf dem Mars zurückgelegt. Nächste Woche könnten erste Steine gesammelt und teilweise bereits vor Ort untersucht werden. Erste Bohrungen im Marsgestein seien dagegen erst in etwa einem Monat geplant.

Mit Material von dpa

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
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