30.08.12

Mars-Mission

"Curiosity" begibt sich zu seinem ersten Forschungsziel

Der sechsrädrige Roboter fuhr etwa 16 Meter gen Osten zu einer Stelle namens Glenelg. Dort hoffen Wissenschaftler auf neue geologische Erkenntnisse.

Foto: dpa/DPA

Eine künstlerische Darstellung zeigt den Marsrover "Curiosity" auf dem Mars

15 Bilder

Washington. Der Marsrover "Curiosity" hat sich auf den Weg zu seinem ersten Forschungsziel gemacht. Der sechsrädrige Forschungsroboter sei etwa 16 Meter in Richtung Osten gefahren, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Mittwoch (Ortszeit) mit. Zuvor hatte "Curiosity" (Neugier) nur zwei jeweils deutlich kürzere Testfahrten unternommen. "Die Fahrt lief großartig, genau wie wir es geplant hatten", sagte Nasa-Wissenschaftler Arthur Amador.

+++ "Curiosity" funkt Rap-Song "Reach for the Stars" zur Erde +++

Der Rover steuert auf eine Stelle namens Glenelg zu, von der sich Wissenschaftler aufschlussreiche geologische Erkenntnisse versprechen. Glenelg ist aber noch rund 400 Meter und damit mehrere Wochen Fahrt entfernt. Hin und wieder soll der Rover Zwischenstopps einlegen und wissenschaftliche Experimente vornehmen. "Curiosity", der teuerste und technisch fortgeschrittenste Marsrover aller Zeiten, soll nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen.

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
(dpa)
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