28.08.12

Mars-Rover

"Curiosity" sendet menschliche Stimme vom Mars

Es handelt sich um eine Tonaufnahme von Nasa-Chef Charles Bolden. Aufnahme zeigt, dass Kommunikation vom Mars zur Erde möglich ist.

Foto: picture alliance / dpa/NASA JPL CALTECH MSSS
Curiosity
Nicht nur Bilder wie dieses sendet "Curiosity" vom Roten Planeten. Auch die Aufnahme einer menschlichen Stimme hat der Rover Richtung Heimat übertragen

Washington. Menschliche Stimmen aus dem All? "Curiosity" hat der Erde einen kleinen Gruß geschickt. Dieser wurde allerdings zuvor auf der Erde aufgenommen. Bei der kurzen Ansprache des Nasa-Chefs Charles Bolden handele es sich um die erste menschliche Stimme, die je von einem anderen Planeten an die Erde gesendet worden sei, sagte Wissenschaftler Dave Lavery bei einer Pressekonferenz der US-Raumfahrtbehörde am Montag (Ortszeit) im kalifornischen Pasadena.

Das sei zwar nur ein "kleiner Schritt", bedeute aber, dass bei zukünftig geplanten bemannten Marsmissionen die Astronauten direkt mit der Erde kommunizieren könnten. Insgesamt habe "Curiosity" (Neugier) seit der Landung bereits rund 7000 Megabyte an Daten gesendet. Das sei ein Vielfaches von dem der Vorgänger.

+++Das Bildmaterial der "Curiosity" wird immer hochauflösender+++

+++Der Tag hat 25 Stunden: Familie lebt nach Mars-Zeit+++

Nachdem der Forschungsroboter in der vergangenen Woche eine erste kurze Testfahrt unternommen hatte, war er am Montag erneut etwa zehn Meter gerollt. An seiner neuen Parkposition sollen einige wissenschaftliche Experimente unternommen werden, bevor es zum nächsten Zwischenziel – einer für Forscher geologisch vielversprechenden Stelle namens Glenelg – gehen soll. Der bislang teuerste und technisch ausgefeilteste Marsrover war Anfang August gelandet und ist auf der Suche nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten.

Mit Material von dpa

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
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