07.08.12

Mars-Rover

"Curiosity" schickt erstes Farbfoto vom Mars zur Erde

Eine rötlich-braune Landschaft mit Hügeln hat der Rover fotografiert. Ein anderes Instrument dagegen macht derzeit noch etwas Probleme.

Foto: dapd/DAPD
Das ist das erste Farbfoto das der Rover geschickt hat
Das ist das erste Farbfoto, das der Rover geschickt hat

Washington. Der Forschungsroboter "Curiosity" hat sein erstes Farbfoto vom Mars geschickt. Auf dem Bild ist eine rötlich-braune Landschaft mit Hügeln im Hintergrund zu erkennen. "Das ist das erste Farbfoto von der Gegend, in der wir gelandet sind", sagte Ken Edgett, der mit seinem Unternehmen Kameras für die Marsmission konstruiert hat, bei einer Pressekonferenz der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag im kalifornischen Pasadena. "Es ist wirklich sehr aufregend." Die Qualität der Aufnahme ist allerdings nicht optimal, da die Kamera noch von einer durchsichtigen Schutzhülle bedeckt wird.

Zuvor hatte "Curiosity" bereits zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos und die Teile eines Videos vom Landeanflug gesendet. Nasa-Experten setzten aus den Sequenzen einen Film zusammen, dessen Qualität allerdings noch recht niedrig ist. In einigen Tagen erwarten sie ein Video in höherer Qualität. Auf den Fotos in teilweise hoher Auflösung ist ein mehrere Kilometer entfernter Berg zu erkennen, zu dem "Curiosity" (Neugier) innerhalb des nächsten Jahres rollen soll. Der Berg sei mehr als 5000 Meter hoch.

Außerdem zeigen die Bilder den Marsboden an der Landestelle. "Wir erkennen, dass es dort sehr flach ist und viele kleine Kiesel herumliegen", sagte die Nasa-Wissenschaftlerin Joy Crisp. "Weder vor noch hinter dem Rover sehen wir irgendwelche Hindernisse, die ein Problem bei der Fahrt darstellen könnten."

+++Das Bildmaterial der Curiosity wird immer hochauflösender+++

Der Rover hat inzwischen eine Antenne ausgefahren, die die Kommunikation mit der Erde erleichtern soll. Sie zeige aber noch nicht genau in die korrekte Richtung, sagte Nasa-Manager Mike Watkins. "Das müssen wir jetzt korrigieren." Insgesamt sei der Rover nach einem neuen "arbeitsreichen Tag" aber weiter in bester Verfassung. Erste Forschungsarbeiten wird "Curiosity" erst in mehr als einer Woche starten können. Bis der Rover mit einem Bohrer Bodenproben entnimmt, kann es noch bis zu einem Monat dauern. Auch losrollen wird er der Nasa zufolge frühestens in ein paar Wochen.

Die Tageszeit, in der "Curiosity" Fotos von der Umgebung aufnehmen kann, verschiebt sich im Vergleich zur Erde von Tag zu Tag. Da sich der Mars etwas langsamer um seine eigene Achse dreht als unser Heimatplanet, dauert ein Marstag mehr als eine halbe Stunde länger als ein Erdentag. Insgesamt benötigt unser Nachbarplanet etwa 24 Stunden und 37 Minuten für eine Umdrehung. "Curiosity" war am Montag nach mehr als acht Monaten Flug auf dem Mars gelandet. Es ist die bisher teuerste und technisch ausgefeilteste Mission zur Erkundung des Roten Planeten. (dpa)

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
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