06.08.12

Erdnüsse, Schmuck und Bärte

Die Glücksbringer der Nasa-Ingenieure

Erdnüsse für eine erfolgreiche Landung: Mit außergewöhnlichen Glücksbringern zitterten Ingenieure Curiositys Landung entgegen.

Foto: dpa/DPA

Eine künstlerische Darstellung zeigt den Marsrover "Curiosity" auf dem Mars

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Washington. Die einen haben ein Geldstück, andere Erdnüsse: Mit zahlreichen Glücksbringern zitterten Ingenieure der US-Raumfahrtbehörde Nasa der Landung des Roboterfahrzeugs "Curiosity" auf dem Mars am Montagmorgen entgegen. Ein Forscher habe sich einen langen Bart wachsen lassen, den er erst nach der Landung abrasieren wollte, sagte Nasa-Manager Brian Portock bei einer Pressekonferenz in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien am Sonntag (Ortszeit).

Eine andere Kollegin habe schon den ganzen Sonntag über zwei Schmuckstücke festgehalten und wollte sie nicht loslassen, bevor "Curiosity" nicht auf dem Mars aufgesetzt habe. Ein dritter Kollege habe sich die Haare anhand der US-Flagge frisiert: Ein blau-rot-gefärbter Irokesenschnitt und an den Seiten einrasierte Sterne.

+++ Live-Übertragung: Kieler Forscher bejubeln Marslandung +++

Besondere Bedeutung habe aber eine Dose gesalzener Erdnüsse, die im Nasa-Kontrollzentrum in Pasadena die Runde mache. "Das ist schon seit etwa 40 Jahren Tradition", sagte Portock. "All diese Sachen tragen dazu bei, uns ruhig zu halten, die Laune zu heben – und natürlich "Curiosity" Glück zu bringen."

Das Roboterfahrzeug "Curiosity" soll am Montagmorgen um 07:31 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit auf dem Mars aufsetzen. Das Landemanöver ist jedoch äußerst kompliziert und der Erfolg nicht garantiert.

Die Instrumente der Curiosity
Der fast eine Tonne schwere Marsrover "Curiosity" ist mit zahlreichen Analysegeräten ausgestattet. Etwa zwei Meter über dem Marsboden trägt er zwei Kameras an einem Mast. Sie können sowohl den Nahbereich als auch die Ferne überblicken.
Die "ChemCam" besitzt unter anderem einen starken Laser und ein kleines Teleskop. Beide werden auf einen Stein oder den Boden im Umkreis von sieben Metern gerichtet. Ein Laserpuls hoher Energie lässt am Stein eine Plasmawolke entstehen.
Das ausgesendete Licht empfängt das Teleskop und leitet es an ein Spektrometer weiter. Dessen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der Probe. Hinzu kommt das "APXS" ("Alpha-Particle X-ray Spectrometer"), ein Röntgenspektrometer.
Am Ende des Roboterarms ist der "Mars Hand Lens Imager" ("Mahli") angeschraubt. Diese Kamera liefert Bilder aus dem Nahbereich und kann die Kristallzusammensetzung von Bodenproben zeigen. Die Bilder helfen besonders den Mars-Geologen.
Die Geologen profitieren auch vom "CheMin", einem Röntgenspektroskop. Pulverisierte Proben werden dort durchleuchtet, um die exakte Zusammensetzung zu bestimmen. Das hilft auch dabei, die Frage zu klären, ob der Mars einst eine geeignete Umgebung für Leben war.
Hinzu kommt das Gerät "Sample Analysis at Mars" ("Sam"), unter anderem ist das ein Massenspektrometer mit aufwendiger Probenvorbereitung. Bodenproben werden in einem Mini-Ofen erhitzt, sie verdampfen Inhaltsstoffe, die dann ins Massenspektrometer strömen. Unter anderem werden damit Methan, Edelgase, Wasser oder Kohlendioxid aufgespürt.
Der "Radiation Assessment Detector" ("Rad") analysiert die Teilchenstrahlung auf dem Planeten. Windgeschwindigkeit und -richtung, Druck, relative Feuchtigkeit, Luft- und Bodentemperatur sowie ultraviolette Strahlung werden von den Geräten des "Remote Sensing Mast" ("RSM") bestimmt.
Eine weitere Kamera namens "Mardi" ("Mars Descent Image") filmt den Abstieg des Rover ab dem Moment, von dem der Hitzeschild ausgeklinkt wird. Das Objektiv ist direkt nach unten auf den Boden gerichtet.
Schaufel, Bohrer und Bürsten und ein Roboterarm komplettieren die Ausstattung. Der Einsatz aller Geräte muss sorgfältig geplant werden: Die zur Verfügung stehende Energie ist begrenzt. Zudem lassen sich nicht beliebig viele Daten vom Mars zur Erde oder Befehle in die andere Richtung übertragen.
(dpa)
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