Marslandung
Montag soll "Curiosity" auf dem roten Planeten landen
Gab es Wasser und Leben auf dem Mars? Ein NASA-Rover soll auf Spurensuche gehen. Die Mission kostet rund zwei Milliarden Euro.
Pasadena. Wenn am Montagmorgen die ehrgeizigste und teuerste Marsmission der Raumfahrtgeschichte den Roten Planeten erreicht, richten sich die Augen auf den von der NASA neu konstruierten Rover. "Curiosity" heißt das Fahrzeug, übersetzt "Neugier". Mit ihm will die US-Raumfahrtbehörde klären, ob auf dem Mars einst Mikroben leben konnten.
Aber dazu muss die knapp eine Tonne schwere "Curiosity" erstmal ankommen. "Sieben Minuten des Schreckens" erwarten die Experten - denn so lange soll es dauern, bis der Rover von einer Geschwindigkeit von 20.920 Stundenkilometern auf Null abgebremst ist und um voraussichtlich 7:31 Uhr MESZ auf der Oberfläche des Planeten aufsetzt. "Falls das klappt, wäre es ein wichtiger technischer Schritt nach vorne. Es ist ein großes, gewagtes Spiel", sagt Howard McCurdy, Raumfahrtexperte an der American University. Immer wieder gab es bei Marsmissionen Probleme und Rückschläge, besonders das Absetzen von Rovern erwies sich als schwieriger als gedacht.
Landung auf dem Mars wohl schwierigste Etappe
Bei der "Curiosity" kommt ein neues Verfahren zum Einsatz: Zunächst tritt eine Trägerkapsel in die dünne Marsatmosphäre ein und fliegt in S-Kurven, um das Tempo zu senken. Bei 1.450 Stundenkilometern werden der große Bremsfallschirm entfaltet und die schützenden Hitzeschilder abgeworfen, so der Plan. Die "Curiosity" löst sich daraufhin von der Einheit und zündet ein Raketenmodul, um weiter abzubremsen und in einen Schwebezustand zu gelangen.
In dem Modul verbergen sich meterlange Seile. An ihnen soll der Rover ganz langsam und vorsichtig auf den Mars herabgelassen werden. Klappt alles, kommen 14 Minuten später über Funk die ersten Videobilder auf der Erde an, und die Seile werden gekappt. "Der Mars kann einem immer einen Streich spielen", warnt der frühere NASA-Experte Scott Hubbard vor zu viel Optimismus. Achteinhalb Monate war die "Curiosity" von der Erde aus unterwegs - und doch könnten ein Sandsturm, plötzliche Windböen oder ungeahnte technische Probleme das Projekt jederzeit scheitern lassen. Mit 2,5 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro) beziffert die NASA die Kosten der Mission. Nachdem auf dem Mars Eis festgestellt wurde und es Zeichen dafür gibt, dass einst Wasser floss, geht es jetzt darum, ob die Bedingungen Leben ermöglichten.
"Curiosity" soll mindestens 23 Monate lang forschen
Die "Curiosity" soll im Gale-Krater landen. Auf Weltraumfotos haben Wissenschaftler dort Muster von Sulfaten und Tonmineralien entdeckt, was vermuten lässt, dass am Kraterboden früher einmal Wasser stand. Der Rover kann beispielsweise in Gestein und Boden bohren, um Kohlenstoff und andere Elemente aufzuspüren. Mindestens ein Marsjahr, das 687 Erdtagen entspricht, soll der Rover von der Größe eines Mini Coopers forschen. Angetrieben durch Plutonium, hat die "Curiosity" verschiedene Analysegeräte an Bord, darunter ein mineralogisches Kleinlabor und ein Röntgenspektrometer. Finden sich Beweise dafür, dass früher Wasser floss, wäre Leben möglich gewesen. Aber die "Curiosity" kann Proben auch direkt auf organisches Material untersuchen. Schon seit 1960 versucht die internationale Raumfahrt, sich dem Roten Planeten zu nähern. Von bislang gut 40 Missionen waren weniger als die Hälfte erfolgreich, erst im Januar scheiterte ein russischer Versuch. Wissenschaftler glauben, dass auf dem Mars einst Leben existierte – doch für den Beweis brauchen sie Daten von der Oberfläche. Die "Curiosity" könnte die fehlenden Puzzlestücke liefern.













