26.07.12

WHO-Bericht

Resistenzen gegen HIV-Medikamente nehmen zu

Werden die Mittel nicht regelmäßig eingenommen, können die Aids-Viren mutieren. Im Osten Afrikas liegt die Resistenz-Rate bei 30 Prozent.

Foto: picture alliance / Sigrid_Gomber/picture alliance
Scienceart Viren - Verursachen viele Krankheiten wie Grippe

Washington. Die Resistenz gegen HIV-Medikamente nimmt Studien zufolge weltweit zu. Bei rund sieben Prozent der Menschen, die 2010 in Ländern mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen eine HIV-Therapie begannen, schlugen einige Medikamente nicht an, zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der jetzt bei der Welt-Aids-Konferenz in Washington vorgestellt wurde. In Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen waren es zwischen zehn und 17 Prozent - unter anderem, weil die Medikamente dort schon länger zugänglich sind.

"Die zunehmende Resistenz gegen HIV-Medikamente könnte den jahrelangen Trend sinkender Zahlen bei Erkrankungen und Todesfällen in Folge von HIV/Aids in Ländern mit niedrigem und mittlerem Durchschnittseinkommen gefährden", sagte Silvia Bertagnolio von der WHO. Die Werte seien jedoch angesichts der immer größeren Verbreitung von HIV-Medikamenten zu erwarten gewesen. Einige Wissenschaftler hätten sogar mit noch höheren gerechnet. "Noch haben wir das unter Kontrolle."

Am schnellsten - im Vergleich der Regionen mit geringem und mittlerem Durchschnittseinkommen - hätten sich Resistenzen im Osten Afrikas ausgebreitet. Die Rate liege bei fast 30 Prozent pro Jahr, sagte Ravindra Gupta vom University College in London. Im Süden Afrikas lag die Zunahmerate demnach bei 14 Prozent pro Jahr.

Retrovirale Medikamente können die Verbreitung des Virus im Körper von HIV-Infizierten deutlich verlangsamen. Wenn sie allerdings nicht ordnungsgemäß und regelmäßig eingenommen werden, können sich Mutationen des Virus bilden und zu Resistenzen führen. Die WHO mahnt deshalb, dass HIV-Infizierte bei der Therapie qualifizierte Beratung brauchen und die Entwicklung der Resistenzen streng überwacht werden muss.

Bei der Therapie gibt es jedoch auch positive Nachrichten: Ein Krebsmedikament kann bei einer HIV-Infektion sogenannte Schläferzellen aufwecken. Der Wirkstoff Vorinostat sorgt dafür, dass Zellen, die zwar das HIV-Erbgut enthalten, aber normalerweise keine Viren herstellen, doch aktiv werden: Die Viren werden zusammengebaut und aus der Zelle freigesetzt. Das berichten US-Forscher in der Fachzeitschrift "Nature". Medikamente hätten in der Folge wieder einen Angriffspunkt gegen die Infektion.

Die Ergebnisse seien ein erster Beleg dafür, dass auch eine latente HIV-Infektion behandelt werden könne, schreiben die Forscher. Bei einer solchen Infektion enthalten Zellen des Immunsystems das Virus-Erbgut, doch werden mit diesem Bauplan keine neuen Viren hergestellt. So haben gängige HIV-Medikamente keinen Angriffspunkt - die Infektion versteckt sich erfolgreich vor der pharmazeutischen Attacke einer herkömmlichen Therapie.

"Diese Studie ist durchaus wertvoll", sagte Georg Behrens von der Medizinischen Hochschule Hannover, der HIV-Therapien erforscht. "Es wurde mit sehr sensitiven und auch neuen Methoden gearbeitet. Erstaunlich ist, dass der Effekt des Medikaments im Menschen noch ausgeprägter war als in der Zellkultur." Allerdings sei auf einige interessante wie wichtige Aspekte in der Studie nicht näher eingegangen worden, bemängelt Behrens. So bleibe unklar, ob die Einmaldosis ausreiche, um alle latent mit HIV infizierten Zellen aufzuwecken - zumal nicht jede Zelle absterbe, wenn sie eine Ladung HI-Viren hergestellt und ins Blut hinausgeschleudert hat.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Dany Torres bei einer seiner zahlreichen Backflip-Varianten
12:4902-World
Fliegende Motorrad-Stars bei der "Night of the Jumps"

Tausende faszinierte Zuschauer trauten ihren Augen kaum, welch durchgedrehte Tricks die Fahrer auf ihren Maschinen zeigten. Am Ende gewann der Spanier Dany Torres vor Libor Podmol aus Tschechien. mehr...

Viehhausers Kochschule
25.05.13 HAAbendblatt-Kochschule
Kochen Sie mit Viehhauser Maischolle mit Spargelsalat

In der Internet-Kochschule präsentiert Spitzenkoch Josef Viehhauser den zarten und fettarmen Frühjahrsfisch. Testen Sie Ihre Fähigkeiten am Herd. mehr...


Die teils maskierten Randalierer setzten in der Nacht zu Samstag Teile einer Schule in Brand.
14:21Jugend-Krawalle
Schwedische Randalierer brennen Schule nieder

In zahlreichen schwedischen Städten ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. Allerdings trugen in der sechsten Krawallnacht in Folge Bürgerpatrouillen zu einer Verringerung der Gewalt bei. mehr...

Friseur Auszubildende
25.05.13 HAHandwerksausbildung in Hamburg
Friseurberuf beliebt - trotz mieser Bezahlung

Friseurin ist weiterhin die begehrteste Handwerksausbildung unter Hamburgs Mädchen - trotz niedriger Löhne und familienunfreundlicher Arbeitszeiten. Erst 2015 kommt ein Mindestlohn. mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Probe-Flug
Erster Karbon-Kevlar Helikopter stürzt ins Wasser

Testurteil: Verbesserungswürdig. In der Erprobungsphase stürzte der Hubschrauber nach 200 Flugstunden mit zwei Personen an Bord ins Meer.…mehr »

Top Bildergalerien mehr
02-World

Riesen Sprünge bei der "Night of the Jumps"

Hamburg

Das Elbjazz-Festival hat begonnen

US-Staat Washington

Vierspurige Straßenbrücke eingebrochen

Hamburger Finalistin

Hamburgerin Lovelyn im GNTM-Finale

tb_meravis.gif
Meravis

Neuer Raum für Hamburgmehr

Highlights