25.07.12

Menschenrechtsorganisation

"Namibier werden vom Wasser kaum profitieren"

Der Fund unter der Wüste soll Trinkwasser für 400 Jahre liefern, doch laut Experten werde die indigene Bevölkerung kaum Auswirkungen spüren.

Foto: picture alliance / Tone Koene/Tone Koene
namibia
Wüste in Namibia: Unter dem Wüstensand versteckte sich ein riesiges Wasservorkommen

Göttingen. Ein riesiges Wasserreservoir wurde unter der Wüste im Norden Namibias entdeckt. Doch der spektakuläre Fund wird sich nach Einschätzung der "Gesellschaft für bedrohte Völker" (GfbV) nicht notwendig positiv auf die indigene Bevölkerung auswirken. Wasser sei ein Rohstoff wie jeder andere, sagte Afrika-Referent Ulrich Delius: "Wo Rohstoffe sind, zählt nur der Profit der abbauenden Unternehmen und der mit ihnen verbundenen Politiker und Regierungen, nicht jedoch die Interessen der traditionellen Bewohner des Landes".

Zu Wochenbeginn hatte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) die Entdeckung eines riesigen Wasserreservoirs an der Grenze zu Angola verkündet. Laut Projektleiter Martin Quinger könnte damit die Bevölkerung im Norden des Wüstenlandes 400 Jahre lang mit Trinkwasser versorgt werden.

+++Wasserreservoir unter Namibias Wüste entdeckt+++

Entdeckt worden war das Grundwasser nach geophysikalischen Messungen und Probebohrungen, die ein Team aus Mitarbeitern der BGR und des namibischen Landwirtschaftsministeriums durchgeführt hatten. Weitere Untersuchungen für genauere Analysen sollen nun folgen, so die Behörde in einer Pressemitteilung.

Auch in den Nachbarländern Botsuana und Südafrika wurde der Wasserfund mit Begeisterung aufgenommen. "Die Entdeckung ist nicht bloßes Glück gewesen; die namibische Regierung hat in sie investiert", lobt etwa die in Botsuana erscheinende Wochenzeitung "The Monitor" in ihrer aktuellen Ausgabe.

Nach Einschätzung von Delius könne sich die Neuentdeckung dennoch negativ auswirken: "Für fast alle indigenen Völker, unter deren Land Rohstoffe gefunden wurden, wurden diese zum Fluch und nicht zum Segen." So werde es auch mit dem jüngsten Wasserfund sein. Von dem Wasser werde nicht das Volk der Himba profitieren, das in der Region beheimatet ist, so Delius.

Der ethnischen Gruppe der Himba gehören rund 10.000 Menschen an, die auch heute noch überwiegend als Rindernomaden leben. Seit mehr als 20 Jahren sehen sie ihren Lebensraum durch geplante Staudammprojekte am Kunene-Grenzfluss zu Angola bedroht. "Staudämme brauchen Infrastruktur, und es sind diese Baumaßnahmen, die die traditionelle Kultur und Lebensweise der Himba-Nomaden drohen zu zerstören", so Delius.

Auch wenn der Wasserfund das Staudammprojekt nun möglicherweise stoppen könnte, profitierten nach Einschätzung der GfbV vor allem Ackerbauern. Diese könnten schon jetzt im Auftrag ausländischer Investoren arbeiten. Es sei nicht wahrscheinlich, dass der Norden Namibias diesem Sog entgehe. Schon heute bauten indische Firmen dort Bewässerungsanlagen für Felder. Und selbst wenn es nicht zu einem Landraub komme, so das Fazit von Delius, werde der namibische Staat über die Nutzung des Wasserfundes bestimmen wollen.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

HSV-Sportdirektor Frank Arnesen hat derzeit reichlich Gegenwind
20.05.13HSV
"Lauter Fallobst": Scharfe Kritik an Sportchef Arnesen

Nach Netzer schießen jetzt auch Schnoor und Hartwig gegen den Dänen. Arnesen habe "die falschen Spieler verpflichtet". Auch Son sei "nicht der große Spieler, zu dem er immer gemacht wird". mehr...


Victorias Marcus Rabenhorst stemmt im heimischen Stadion den Pokal in die Luft
20.05.13Oddset-Pokal
SC Victoria holt den Pokal und löst DFB-Pokal-Ticket

Durch ein 2:1 nach Verlängerung gegen den Oberliga-Meister FC Elmshorn hat sich der SC Victoria erneut den Titel im Hamburger Oddset-Pokal gesichert. Damit qualifiziert sich die Mannschaft von Trainer… mehr...


Am Sonntag kamen mehr als 20.000 Besucher zur IGS. Die Veranstalter hatten sich noch mehr erhofft.
20.05.13IGS in Wilhelmsburg
Pfingst-Regen kostet Gartenschau Besucher

Das lange Pfingst-Wochenende sollte der Durchbruch der Internationalen Gartenschau werden. Doch die Feiertage waren in Hamburg kühl, zeitweise regnete es sogar kräftig. Die Veranstalter wollen jetzt… mehr...


Russlands Präsident Wladimir Putin
20.05.13Wirtschaftsreformen
Russlands verzweifelter Kampf um neues Wachstum

Selten zuvor war der Reformdruck in Russland so hoch. Das ölgestützte Wirtschaftsmodell hat ausgedient, doch ein neues ist noch nicht in Sicht. Unter der Elite in Moskau macht sich Panik breit. mehr...

Multimedia

Namibia

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Probe-Flug
Erster Karbon-Kevlar Helikopter stürzt ins Wasser

Testurteil: Verbesserungswürdig. In der Erprobungsphase stürzte der Hubschrauber nach 200 Flugstunden mit zwei Personen an Bord ins Meer.…mehr »

Top Bildergalerien mehr
Rothenburgsort

Reh vor dem Ertrinken gerettet

Tornados wüten in vier US-Staaten

Die ESC-Party auf der Reeperbahn

2. Liga

Die Bilder zu Lautern - St. Pauli

tb_meravis.gif
Meravis

Neuer Raum für Hamburgmehr

Highlights