20.07.12Fraunhofer-Gesellschaft
Tropenkrankheit Chagas immer öfter auch in Deutschland
Touristen, die in ferne Länder gereist sind, bringen die Krankheit immer häufiger mit nach Europa. Die Krankheit kann tödlich verlaufen.
Von abendblatt.de
Foto: picture alliance / Arco Images G/Arco Images GmbH
Die Raubwanze ist ein Überträger der Krankheit
Chemnitz. An der Tropenkrankheit Chagas sind weltweit rund zehn Millionen Menschen erkrankt. Durch Touristen, die sich auf Fernreisen infiziert haben, tritt sie immer häufiger in Europa - und damit auch in Deutschland - auf. Doch in Forschung und klinischem Alltag spielt sie hierzulande kaum eine Rolle, obwohl die Krankheit tückisch ist und tödlich verlaufen kann. Das kritisiert die Fraunhofer-Gesellschaft jetzt in einer Stellungnahme wie ärzteblatt.de berichtet.
+++ Neues Projekt aus Hamburg gegen Tropenkrankheiten +++
Die Chagas-Krankheit wird durch einen Parasiten hervorgerufen. Insekten und verunreinigte Bluttransfusionen übertragen den Einzeller Trypanosoma cruzi auf den Menschen. Die erste, akute Krankheitsphase beginnt nach vier Wochen und kann ebenso lange andauern. Allerdings zeigen nur rund 30 bis 40 Prozent der Betroffenen charakteristische Symptome wie lokalen Rötungen, Schwellungen im Wundbereich, Fieber oder Übelkeit. Nach einer teils jahrelangen Phase ohne Symptome kann es zu einer erneuten, tödlich verlaufenden Krankheitsphase kommen. Unter Leitung des Frauenhofer Instituts in Chemnitz soll jetzt ein Vor-Ort-Test entwickelt werden, der die Infektion schnell und zuverlässig erkennt. (glp)
Cholera
Die Symptome:
Die Cholera ist eine schwere Darmerkrankung. Die Erreger werden über fäkal-verunreinigte Nahrungsmittel oder infiziertes Trinkwasser übertragen. Plötzlich einsetzende, wässrige Durchfälle, zum Teil mit Erbrechen, führen innerhalb von Stunden zu lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten.
Impfung:
Die Choleraimpfung ist eine Schluckimpfung. Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre benötigen zweimal eine Dosis im Abstand von ein bis sechs Wochen.
Gelbfieber:
Die Symptome:
Gelbfieber wird durch Stechmücken übertragen. Die Infektion beginnt plötzlich mit hohem Fieber. Oft heilt die Krankheit danach aus. Es kann jedoch nach einer Woche zu einer dramatischen Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen kommen, gefolgt von Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nieren-Versagen.
Impfung:
Es ist nur eine einzige Impfung nötig, die etwa ab dem zehnten Tag nach der Verabreichung einen sicheren Schutz bietet. Nach zehn Jahren ist eine Auffrischungsimpfung erforderlich.
Hepatitis A:
Die Symptome:
Die Viren werden durch verunreinigte Nahrungsmittel übertragen. Die Erkrankung beginnt mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird in den meisten Fällen der Urin dunkel und der Stuhl hell, schließlich entwickelt sich eine Gelbfärbung der Haut.
Impfung:
Für einen vollständigen Impfschutz sind zwei Impfungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten notwendig. Der hält dann für zehn Jahre.
Hepatitis B:
Die Symptome:
Hepatitis B wird beim Kontakt mit infizierter Körperflüssigkeit übertragen. Bis zum Ausbruch können bis zu sechs Monate vergehen. Oft beginnt die Krankheit mit Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel, der Stuhl hell, es kommt zur Gelbfärbung der Haut. In etwa zehn Prozent der Fälle geht die Krankheit in einen chronischen Verlauf über.
Impfung:
Für einen vollständigen Impfschutz sind drei Impfungen im Abstand von mehreren Wochen notwendig. Eine Auffrischungsimpfung ist jeweils alle zehn Jahre erforderlich.
Japanische Enzephalitis:
Die Symptome:
Diese Virusinfektion wird von nachtaktiven Stechmücken übertragen. Sie kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, und Lähmungserscheinungen. Fast ein Drittel aller Erkrankten stirbt.
Impfung:
Für einen zuverlässigen Schutz, sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen notwendig.
Polio (Kinderlähmung):
Die Symptome:
Die Ansteckung erfolgt über verunreinigte Nahrungsmittel, aber auch von Mensch zu Mensch. Nach 7 bis 14 Tagen kommt es zu Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen. Gelangt das Virus in das Zentralnervensystem, sind Lähmungen die Folge. Ist das Zwerchfell betroffen, kommt es zum Atemstillstand.
Impfung:
In Deutschland werden in der Regel Babys ab dem dritten Lebensmonat gegen Polio geimpft.
Tollwut:
Die Symptome:
Tollwut ist eine Viruserkrankung, die fast immer durch den Biss eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen wird. Kommt es zum Ausbruch beginnt dieser beim Menschen mit Schmerzen und Kribbeln im Bereich der meist bereits verheilten Bissstelle und führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von 2 Wochen zum Tod.
Impfung:
Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, sind mindestens drei Impfungen innerhalb von drei bis vier Wochen notwendig.
Typhus:
Die Symptome:
Typhus ist eine schwere fieberhafte Erkrankung. Die Erreger gelangen mit verunreinigter Nahrung oder Trinkwasser in den Körper. Die Symptome sind hohes Fieber, Kopfschmerzen und Verstopfung. Im zweiten Stadium treten Hautveränderungen auf, Leber und Milz vergrößern sich stark, es kann zu erbsenbreiartigen Durchfällen kommen. Weitere Komplikationen sind Hirnhaut-, Lungen-, Herz- und Knochen-Entzündungen.
Impfung:
Die Typhusimpfung bietet einen Schutz von 50 bis 70 Prozent.
Weitere Informationen zu Impfstellen und Auskünfte über Reiseziele unter
www.crm.de