Untersuchung
Immer mehr Babys brauchen ein Hörgerät
Die Anzahl der Babys, die schlecht hören, hat sich im Vergleich mit 2007 verdoppelt. Eine neue Untersuchung erkennt Hörschwächen frühzeitig.
Hamburg. Sieben von 10.000 Babys haben im vergangenen Jahr ein Hörgerät verschrieben bekommen. Das ist nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) eine Verdopplung im Vergleich mit 2007. Der Hörtest für Neugeborene, den Eltern seit 2009 durchführen lassen können, zeige offenbar Wirkung: Es werde mittlerweile deutlich früher erkannt, ob Babys schlecht hören können. Eine Vorsorge in diesem frühen Alter sei besonders wichtig: "Nur Babys und Kleinkinder, die gut hören, können problemlos sprechen lernen", sagte TK-Mitarbeiterin Sabine Hilker am Freitag. Zudem entwickle sich das Gehirn erst dann optimal, wenn das Kind genügend Sinnesreize über alle Kanäle wie Augen, Ohren oder Tastsinn erhält.
+++ Babys werden zwei Tage nach der Geburt getestet +++
Die Gefahr eines Hörverlusts drohe beispielsweise bei Mittelohrentzündungen, von denen fast ein Drittel aller Kinder bereits bis zum dritten Lebensjahr betroffen sei. Zudem habe die Lärmbelästigung in den vergangenen Jahren stark zugenommen. "Schon Kleinkinder sind heutzutage lauten Geräuschen beispielsweise vom Straßenverkehr oder Fernseher ausgesetzt", sagte Hilker. Bei den Jugendlichen seien es vor allen Dingen technische Geräte wie Handy und MP3-Player, die dem Gehör bei Dauerberieselung langfristig schaden können. Ein MP3-Player erreiche einen durchschnittlichen Pegel von 95 Dezibel. Ab 85 Dezibel gelte Lärm bereits als gehörschädigend. Hilker: "Hörverlust ist nicht heilbar." Bei starker Lärmbelastung würden die Haarsinneszellen im Innenohr abbrechen und könnten nicht mehr nachwachsen. (epd)












