16.07.12"Curiosity"
Laut Nasa laufen Vorbereitungen für Marsmission nach Plan
In rund drei Wochen soll das Roboterfahrzeug "Curiosity" auf dem Mars landen. Bisher laufe alles nach Plan, so die Weltraumorganisation Nasa.
Von abendblatt.de
Foto: dpa/DPA
Nasa: Vorbereitungen für "Curiosity"-Marsmission laufen nach Plan
Washington. Die in rund drei Wochen geplante Landung des Roboterfahrzeugs "Curiosity" auf dem Mars ist der US-Raumfahrtbehörde Nasa zufolge die größte Herausforderung in der Geschichte der Planeten-Forschung. "Es ist die anspruchsvollste Mission, die wir je zu einem anderen Planeten geschickt haben", sagte Nasa-Manager Doug McCuistion am Montag bei einer Pressekonferenz in Washington.
Die Vorbereitungen liefen nach Plan, sagte Nasa-Projektmanager Pete Theisinger. "Wir hatten bislang keinerlei Probleme mit der Ausrüstung während des Flugs. Alles ist in bestem Zustand." Auch die Stimmung innerhalb des Teams sei gut. "Sie sind alle sehr aufgeregt, schließlich arbeiten viele seit sechs oder sieben Jahren an dieser Mission. Aber sie wissen auch, dass der Erfolg nicht garantiert ist, deswegen sind sie auch ein bisschen nervös."
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Sorgen bereitet der Nasa vor allem die Landung des sechsrädrigen Rovers auf dem Roten Planeten. "Das wird keine gemütliche Luftkissen-Landung. Auf dem Mars aufzusetzen, ist immer sehr riskant", sagte Nasa-Manager Doug McCuistion. Nicht nur alle technischen Komponenten müssen funktionieren, auch die Bedingungen auf dem Mars müssen stimmen. Es dürften zum Beispiel keine Staubstürme oder Windböen den Rover bei seinem Landeanflug stören. "Das ist wie beim Domino-Spiel: Wenn ein Teil nicht richtig passt, dann fällt alles in sich zusammen."
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Läuft alles wie geplant, dann soll "Curiosity" am 6. August auf dem Roten Planeten landen und dort rund zwei Jahre lang nach Spuren von Leben suchen. Vor rund acht Monaten war der Rover an Bord einer Atlas-Rakete von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus gestartet. Die Mission ist mit rund 2,5 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro) das bislang teuerste und technisch ausgefeilteste Mars-Projekt der Nasa. (abendblatt.de/dpa)
Bis zu 400 Millionen Kilometer ist der Mars von der Erde entfernt. Um ihn zu erforschen, hat die Menschheit dutzende Missionen gestartet. Doch nur wenige waren erfolgreich:
10. Oktober 1960: Die damalige Sowjetunion schickt die "Marsnik 1" ins All – doch die Trägerrakete versagt noch in der Erdatmosphäre.
4. November 1962: Die Sowjetunion startet mit "Sputnik 24" den ersten Landeversuch auf dem Roten Planeten. Die Sonde zerbricht allerdings schon kurz nach dem Start und verglüht am 19. Januar 1963 in der Erdatmosphäre.
27. November 1971: Das Landemodul der sowjetischen Raumsonde "Mars 2" zerschellt an der Oberfläche des Roten Planeten. Es ist das erste menschengemachte Objekt auf dem Mars.
2. Dezember 1971: Dem Landemodul der sowjetischen Raumsonde "Mars 3" gelingt die erste weiche Landung auf dem Roten Planeten, nach 20 Sekunden versagen jedoch seine Instrumente.
9. März 1974: Das Landemodul der sowjetischen Sonde "Mars 7" verfehlt den Roten Planeten um 1300 Kilometer – vermutlich wegen eines Computerfehlers.
12. März 1974: Die sowjetische Sonde "Mars 6" setzt ein Landemodul aus, der Kontakt reißt jedoch noch während des Abstiegs in die Marsatmosphäre ab.
12. Februar 1976: Die sowjetische "Mars 5" erreicht die Umlaufbahn des Nachbarplaneten.
20. Juli 1976: Die Landekapsel der US-Sonde "Viking 1" landet weich auf dem Mars. Mehr als sechs Jahre sendet sie Bilder und Daten.
3. September 1976: Das Landemodul der amerikanischen "Viking 2"- Sonde setzt weich auf dem Roten Planeten auf. Es funkt rund dreieinhalb Jahre lang Bilder und Daten.
17. November 1996: Die russische Raumsonde "Mars 96" stürzt nach einem fehlerhaften Start samt Mars-Einschlagmodulen in den Pazifik.
4. Juli 1997: Die US-Sonde "Pathfinder" landet auf dem Mars und liefert spektakuläre Bilder. Mit dem Roboter "Sojourner" erkundet erstmals ein ferngesteuertes Fahrzeug einen anderen Planeten.
3. Dezember 1999: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa verliert bei der Landung des "Mars Polar Lander" den Kontakt zu der Forschungssonde.
24. Oktober 2001: Die US-Sonde "Mars Odyssey" erreicht die Umlaufbahn und entdeckt Wassereis auf dem Mars.
14. Dezember 2003: Die erste japanische Mars-Mission scheitert - die Sonde "Nozomi" verfehlt den Planeten um fast 1.000 Kilometer.
25. Dezember 2003: Der Landerobotor "Beagle 2" der europäischen Sonde "Mars-Express" wird auf der Oberfläche abgesetzt, sendet aber keine Funksignale.
4. Januar 2004: Der amerikanische Landeroboter "Spirit" erreicht den Mars und setzt im Krater Gusev auf. Drei Wochen später landet sein Zwilling "Opportunity", der noch immer die Oberfläche erkundet. Der Kontakt zu "Spirit" bricht im März 2010 ab.
26. Mai 2008: Die US-Marssonde "Phoenix" setzt weich am Nordpol des Roten Planeten auf. Mittels Bodenproben können Nasa-Forscher zwei Monate später erstmals Wasser auf dem Planeten nachweisen. Seit November 2008 ist "Phoenix" nicht mehr in Betrieb.